Beschäftigung

Die Zukunft rückt nach


Wie die Chemische Fabrik Budenheim auf den demografischen Wandel reagiert

Budenheim. Vorsichtig erhitzt Esther Sauer eine blaue Flüssigkeit und schwenkt das Reagenzglas. Die Chemielaborantin ist eine von vielen Nachwuchskräften der Chemischen Fabrik Budenheim bei Mainz.

Budenheim setzt darauf, junge Leute zu fördern. Schließlich stellt sich das Unternehmen wie andere Firmen auch der demografischen Entwicklung. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter liegt zurzeit bei 41 Jahren. „In fünf bis zehn Jahren werden wir bis zu 20 Prozent der Belegschaft altersbedingt verlieren“, sagt Personalreferent Alexander Eichborn. Ein großer Brocken für die Fabrik.

40 Neue kriegen eine Chance

Jetzt liegt eine Strategie auf dem Tisch, die der Demografie-Falle gegensteuert. Die Lösung heißt: Strukturierte Nachfolgeplanung und Talent-Management. Das Konzept ist Teil des landesweiten Projekts „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“.

„Wir analysieren unsere Schlüsselpositionen und entscheiden: Wo müssen wir kurzfristig und wo langfristig für Nachfolge sorgen?“, erklärt Eichborn.

Auch die Standorte in Spanien, Mexiko und China werden unter die Lupe genommen. „Das Problem betrifft das ganze Unternehmen.“ Der Mix macht’s. So plant Budenheim, in diesem Jahr rund 40 Stellen sowohl mit erfahrenen Fachkräften als auch mit jungen Hochschulabsolventen neu zu besetzen.

Einsätze in ganz Europa

Ein Talente-Pool soll dem Fachkräftemangel langfristig entgegenwirken. Eine hohe Ausbildungsquote, Wissenstransfer und Weiterbildung sind dabei wichtige Instrumente. Laborantin Sauer fühlt sich pudelwohl. „In jeder Abteilung sieht man junge Leute“, erzählt sie. Bei dem Phosphat-Spezialisten hat sie bereits ihre Ausbildung absolviert und sagt entschlossen: „Hier will ich bleiben!“

Die 23-Jährige schätzt die Möglichkeiten der Fortbildung. Es gibt Seminare, Schulungen und sogar Sprachkurse. Die Kollegen besuchen regelmäßig Konferenzen in ganz Europa.

„Wir entsenden unsere Mitarbeiter auch ins Ausland“, sagt Michael Demmler, Manager im Team New Business Development. Denn Budenheim will seinem Nachwuchs eine Perspektive bieten, um ihn zu halten.

Personaler Eichborn ist zuversichtlich. Nicht ohne Grund: Die Betriebszugehörigkeit bei Budenheim liegt im Schnitt bei 16 Jahren. Produktmanager Siegfried Mengel schlägt die Zahl allerdings um Längen.

Er ist seit 25 Jahren im Betrieb der Oetker-Gruppe und meint: „Es rücken derzeit viele Junge nach.“ Ein schönes Gefühl? „Na klar, der Nachwuchs sichert doch unsere Zukunft!“

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