Weltmarktführer

Die Welt braucht mehr Zahnbürsten


Maschinenbauer Zahoransky profitiert von einer steigenden Nachfrage

Todtnau. Zwei- dreimal täglich nehmen wir die Zahnbürste in die Hand, alle paar Wochen kaufen wir eine neue. Aber in vielen Ländern können sich die Leute gar keine Zahnbürsten leisten! Das ändert sich: Weil Entwicklungsländer wirtschaftlich aufstreben, braucht die Welt mehr Zahnbürsten. Und damit mehr Maschinen für deren Herstellung.

Die kommen großteils aus dem Schwarzwald: In Todtnau hat die Zahoransky-Gruppe ihren Hauptsitz. Anfang des 20sten Jahrhunderts hat Firmengründer Anton Zahoransky die Methode erfunden, die eine automatische Fertigung der Bürsten erst ermöglichte. Heute fertigt das Unternehmen Maschinen, die bis zu 60 Zahnbürsten pro Minute ausspucken. „Jede zweite Zahnbürste der Welt kommt aus einer unserer Anlagen“, freut sich Marketingleiter Armin Faller.

Inzwischen ist der Weltmarktführer ein Systemanbieter: Viele Kunden wollen alles aus einer Hand, von der Spritzgießform-  bis zur Verpackungsmaschine. „Aus den modernsten Anlagen kommen die Bürsten fix und fertig heraus“, berichtet Gebietsverkaufsleiter Gerd Schelshorn. „Mitsamt Verpackung!“ Alles läuft automatisch, etwa die Abrundung der Borsten oder das Aufbringen des Logos.

Das funktioniert auch bei den raffinierteren Zahnbürsten: Zum Beispiel jenen mit schrägen Borsten und Zungenreiniger. „Die großen Hersteller müssen sich in gewisser Regelmäßigkeit solche Extras einfallen lassen“, so Schelshorn. „Sie erklären uns ihre Ideen, wir setzen sie um.“ Schon unscheinbare Designvorgaben können aufwendige Detaillösungen bei den Maschinen erfordern.

Fachkräfte-Mangel bereitet Sorgen

Um die Aufträge bewältigen zu können, braucht der Betrieb viele Fachkräfte. „Die sind zurzeit schwer zu bekommen“, so Faller. Auftragsspitzen könnten nur bewältigt werden, weil die Belegschaft zu zeitweiser Mehrarbeit bereit sei. „Deshalb haben wir angefangen, uns auch im Elsass nach neuen Mitarbeitern umzusehen.“

Daneben machen dem Unternehmen Nachahmer aus Asien zu schaffen. Faller: „Die kopieren zum Teil sogar die Ident-Nummern der Anlagen mit.“ Es sei schwer, rechtlich dagegen vorzugehen.

Trotz solcher Widrigkeiten erwartet Zahoransky im Geschäft mit Zahnbürsten-Maschinen so schnell keinen Einbruch. Schelshorn: „Es gibt auch noch einige wenige Länder, die wir noch nicht beliefert haben, zum Beispiel in Afrika.“ 

Barbara Auer

 

Info: ZAHORANSKY AG

Das Unternehmen produziert Maschinen für Bürsten aller Art: Haarbürsten, Industriebürsten, sogar Bürsten für Kuh-Massageanlagen und andere spezielle Einsatzzwecke. Daneben gehören Spritzgießwerkzeuge und Verpackungsmaschinen zum Programm. Die Zahoransky-Group beschäftigt weltweit rund 600 Mitarbeiter, davon 290 in Todtnau.

www.zahoransky-group.de

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