Standort

Die Vogelsberger Flugzeugprofis


Asco Deutschland zählt zu den 100 größten Luftfahrt-Unternehmen der Welt

Gedern. Thomas Ketzer entgeht so schnell nichts. Sorgfältig begutachtet er die Alu-Profile, die in seiner Schicht hergestellt wurden. Abweichungen von der Norm darf es nicht geben: Die Profile werden in Flugzeugen verbaut.

„Da muss alles ganz genau stimmen und passen“, so der CNC-Fräser. Rund um die Uhr werden bei Asco in Gedern, im Herzen des hessischen Vogelsberg, Bauteile produziert für die FlugzeugHersteller der Welt. Darunter auch Airbus, Boeing, Embraer und Bombardier.

Neue Modelle als Herausforderung

Das Unternehmen gehört zur belgischen Asco-Gruppe. Die mehr als 1.200 Beschäftigten weltweit erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Neben der Zentrale in Belgien gibt es weitere Niederlassungen in Kanada, USA und Brasilien.

Der Standort Gedern, der 150 Mitarbeiter und 9 Auszubildende beschäftigt, ist ganz auf die mechanische Bearbeitung von Bauteilen aus Aluminium, Edelstahl und Titan ausgerichtet.

Manche hochkomplizierten Bauteile, wie die Träger für Seiten- oder Höhenleitwerke, werden in jedem Flugzeug nur einmal benötigt. „Vor allem bei den neuen Flugzeugmodellen sind solche Teile schon eine Herausforderung“, betont Holger Kissel, der Vertriebsleiter in Gedern.

Profile gehen dagegen in Paketen von 100 Stück und mehr vom Hof. Sie geben dem Inneren eines Flugzeuges Struktur: Profile helfen, Böden oder Wände einzuziehen, Waschräume abzutrennen und geben den Gepäckablagen Halt.

„Wir müssen immer besser werden“

Auch Sitzschienen für Flugzeugsessel entstehen in Gedern. Alle Bauteile werden während des gesamten Produktionsprozesses immer wieder kontrolliert, bis zur Endabnahme im Qualitätslabor.

Allein von leichtem Aluminium werden hier jeden Monat über 100 Tonnen auf modernsten Maschinen verarbeitet. Um sie auszulasten, arbeitet man bei Asco im Schichtbetrieb rund um die Uhr.

„Die stete Balance zu finden zwischen Spitzenqualität und wirtschaftlichem Arbeiten, ist eine hohe Kunst“, sagt Standort-Manager Jean-Pierre Gielen. „Aber nur so können wir im Wettbewerb bestehen – als eine der 100 größten Firmen der Welt, die in der Luftfahrt-Industrie tätig sind.“

Denn – die Preise stehen unter ständigem Druck. Jedes Jahr werden sie neu verhandelt. Kissel: „Die Zeiten, da man sich eines guten Kunden sicher sein konnte, sind lange vorbei.“

Währungsschwankungen bereiten zusätzliche Probleme, da die Branche ausschließlich in Dollar abrechnet.

In einer eigenen Betriebsvereinbarung ist geregelt, wie Produktionsprozesse weiter verschlankt und kontinuierlich verbessert werden. Zudem gibt es Zielvereinbarungen – und in guten Jahren auch eine Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter.

Die Branche boomt, aber sie ist auch extrem schwankungsanfällig. Gielen: „Deshalb müssen wir flexibel sein und immer besser werden, damit wir gemeinsam auch Krisenzeiten überstehen.“

 

 

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