Autobau

Die versteckten Leitungsclips


Emhart Teknologies liefert Befestigungstechnik für die industrielle Fertigung

Gießen. Wer Produkte von Emhart Teknologies  in der täglichen Anwendung sehen möchte, muss sich schon ein wenig Mühe machen, denn: „Seit über 50 Jahren operieren wir im Untergrund“, sagt schmunzelnd Geschäftsführer Manfred Müller. Das Unternehmen entwickelt und produziert Befestigungs- und Verbindungssysteme, vorrangig für die Elektrik sowie für Brems- und Kraftstoffleitungen in Fahrzeugen – und die sind meist gut versteckt.

Müller: „Egal ob am Unterboden, der Stirnwand oder im Motorraum – unsere Leitungsclips sind aus modernen Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken.“

Zunächst werden Befestigungs-Bolzen aus Stahl mit einer Geschwindigkeit von Tausendstelsekunden auf die Fahrzeugkarosserie aufgeschweißt. Diese Bolzen geben dann einem Leitungsclip aus hochwertigem Kunststoff festen Halt. „So müssen keine zusätzlichen Löcher in die Karosserie gestanzt werden, die Ursache für Undichtigkeit und Rost sein könnten“, erläutert Müller.

Neben den Befestigungselementen entwickelt und produziert die Firma deshalb auch Schweißgeräte und Schweißbolzen sowie Stanz- und Blindnietsysteme. Zudem werden die Kunden  (alle weltweit bekannten Automobilhersteller sowie zahlreiche Zulieferbetriebe und auch Firmen anderer Branchen) bei der Planung und dem Betrieb der Produktionsanlagen unterstützt.

Innovationen bringen gute Preise

„Gerade die Entwicklung von Software-Programmen, individuell angepasst auf die Produktionsbedingungen vor Ort, nimmt bei unseren Technikern und Ingenieuren in der Entwicklungsabteilung immer mehr Raum ein“, stellt Müller fest. Etwa 10 Prozent aller Mitarbeiter sind in der Entwicklung tätig. Der Geschäftsführer: „Im Bereich Schweiß- und Stanzgeräte sind wir Technologieführer, und das soll auch so bleiben. Denn nur für neue, innovative Produkte lassen sich bei den Kunden die erforderlichen Preise erzielen, die wir zur Deckung der Entwicklungsaufwendungen brauchen.“

Jedes Jahr zehn neue Stellen

Für Standardteile wird dagegen jedes Jahr weniger bezahlt.  „Da hilft nur Gegensteuern durch Investitionen in Innovationen, in neue Maschinen und Anlagen und nicht zuletzt auch in die Qualifikation der Belegschaft“, erklärt Personalleiter Gunther Schmidt.

Mitarbeiterorientierte Weiterbildung ist bei Emhart Teknologies für alle ein Muss. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im gewerblich-technischen Bereich. Von den knapp 500 Beschäftigten in Gießen sind nur wenige angelernt.  Entgegen dem Trend ist der Betrieb so bei Umsatz und Belegschaft kontinuierlich gewachsen. „In den letzten 20 Jahren haben wir jedes Jahr etwa zehn neue Arbeitsplätze schaffen können“, freut sich Schmidt.

Aktuell sucht man Fachkräfte für die Produktion, die fünfeinhalb Tage die Woche rund um die Uhr läuft. Schmidt: „Wenn alles passt, kann das dann der Job bis zur Rente sein.“ 

Maja Becker-Mohr

 

 

Viel Abwechslung für den Springer

Sebastian Bangel prüft ein Bolzenschweißgerät, das im Bruchteil von Sekunden arbeitet. Der Industrie-Elektroniker hat bei Emhart Teknologies gelernt und ist seit zehn Jahren im Betrieb: „Die Zusage hier war damals das Beste, was mir passieren konnte.“ Heute arbeitet er hauptsächlich im Prüffeld, kann aber dank seiner Ausbildung an fast allen Stellen der Produktion als Springer eingesetzt werden. Bangel: „Hier im Betrieb gibt es immer Abwechslung. Die Arbeit macht Spaß. Was will ich mehr?“

 

 

Info: Emhart Teknologies

Das Europazentrum von Emhart Teknologies (etwa 1.000 Mitarbeiter und 250 Millionen Euro Umsatz im Jahr) hat seinen Sitz in Gießen. Wurzel ist die 1959 gegründete Tucker GmbH, ein Spezialist für hochwertige Befestigungs- und Verbindungstechnologie. Am Standort Gießen hat das Unternehmen knapp 500 Beschäftigte. Muttergesellschaft ist der amerikanische Konzern Black&Decker.

www.bdk.com

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