Nachwuchs

„Die Stimmung hier ist super“


Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie: das Beispiel Asys

Dornstadt. Achim Wegst (21) weiß schon genau, was er später machen will: bei Asys in Dornstadt arbeiten. Hier hat er am 1. September seine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Und parallel dazu studiert der junge Mann Maschinenbau an der Hochschule im benachbarten Ulm. Bei Asys fühlt er sich gut aufgehoben: „Das Unternehmen hat Zukunft“ – da ist er sich ganz sicher.

Ein Anzeichen dafür: Allein in diesem Ausbildungsjahr hat die Firma 17 junge Leute eingestellt, so viele wie noch nie! Damit ist die Zahl der Lehrlinge auf 47 angewachsen, fast alle lernen Metall- und Elektro-Berufe.

Insgesamt gibt es allein am Stammsitz knapp 400 Mitarbeiter: Das 1992 gegründete Unternehmen baut Maschinen für die Fertigung von Solarzellen und die Herstellung von Elektronik-Baugruppen. Also Hightech-Produkte, die eine entsprechend hohe Qualifikation der Mitarbeiter erfordern. Deshalb bildet Asys seinen Nachwuchs selbst aus.

Begehrte Fachkräfte

So halten das auch viele andere Betriebe. Bundesweit haben dieses Jahr nach Schätzung des Verbandes Gesamtmetall rund 70.000 Jugendliche eine Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E), Deutschlands größter Industriebranche, begonnen.

Sie brauchen sich kaum Sorgen um ihre Zukunft zu machen – qualifizierte Fachkräfte sind begehrt: „Die meisten Auszubildenden werden von ihren Betrieben spätestens nach einem Jahr unbefristet übernommen“, weiß Michael Stahl, Geschäftsführer für Volkswirtschaft und Bildung bei Gesamtmetall.

Auch Jessica Liebisch muss sich keine großen Gedanken machen. Die angehende Industriemechanikerin im dritten Lehrjahr hat sich ihren künftigen Arbeitsbereich bei Asys bereits ausgesucht: „Ich kann schon fast allein Maschinen montieren, die man zur Leiterplatten-Fertigung braucht“, sagt sie stolz. „Das gefällt mir sehr gut, hier möchte ich später arbeiten.“

Ausbildungsleiter Tommy Raith hört es gerne, wenn Azubis später im Betrieb bleiben wollen: Asys will möglichst alle übernehmen. Auch deshalb wird bei der Auswahl der Bewerber nicht nur auf das Zeugnis geschaut. „Gute Noten sind wichtig“, sagt Raith, „genauso wichtig ist es aber, dass sich der junge Mensch Gedanken über seinen künftigen Beruf gemacht hat.“

Solange das Unternehmen wächst, will Raith die Ausbildungsquote hoch halten. Sein Betrieb hat bisher auch keine Probleme damit, genug gute Bewerber zu finden.

Das ist jedoch längst nicht überall so! Selbst im Krisenjahr 2009 hätten viele Firmen gerne mehr ausgebildet: Bundesweit blieben rund 4.500 M+E-Lehrstellen unbesetzt – weil geeignete junge Leute fehlten. „Die Unternehmen stellen an die Bewerber auch gewisse Anforderungen“, betont Stahl. Denn der Umgang mit computergesteuerten Maschinen sei heute in den modernen M+E-Berufen selbstverständlich.

Doch was tun, wenn bald die Schülerzahlen zurückgehen und die Auswahl noch kleiner wird? „Um den Bedarf zu decken, müssen künftig viele Unternehmen ihre Ausbildungsplätze auch mit Jugendlichen besetzen, die mit schulischen Defiziten in den Betrieb kommen“, folgert Stahl.

Team-Aktion im Klettergarten

Asys stellt sich schon heute darauf ein. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, jedes Jahr mindestens einen Hauptschüler auszubilden“, sagt Ausbilder Raith. Er ist überzeugt, dass fast jeder Jugendliche entwicklungsfähig ist – wenn es gelingt, bei ihm die Begeisterung zu wecken.

Und dafür tut das Unternehmen einiges. Gemeinsame Aktionen etwa in einem Klettergarten sollen vermitteln, dass jeder Teil des Teams ist und seinen Beitrag leistet. Das kommt an: „Die Stimmung in der Firma ist super“, freut sich Neu-Azubi Wegst. Und seine Kollegin Liebisch ergänzt: „Alle fühlen sich hier wie in einer großen Familie.“

 

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