Entwicklung

Die Spritsparer kommen


Lanxess produziert mehr Hochleistungs-Kautschuk für die Reifen-Industrie

Auf dem Reifenmarkt geht es richtig rund. Die EU forciert das Spritsparen. Im November kommt ein Energieeffizienz-Label für Pneus, das dem auf Kühlschränken ähnelt. Auch Südkorea führt eine Reifenkennzeichnung ein, in Japan ist sie freiwillig. In den USA und Brasilien wird darüber diskutiert. Die Welt gibt Gummi beim „Grünen Reifen“.

Sprit-Einsparung von 7 Prozent

Kraftstoffsparende Hochleistungs-Kautschuke sind deshalb bei den Reifen-Herstellern gefragt wie nie. Der Spezialchemie-Konzern Lanxess in Leverkusen, der über eine Million Tonnen Synthese-Kautschuk im Jahr produziert, hat sich auf den Trend eingestellt.

„Wir investieren und bauen Kapazitäten aus“, sagt Konzernchef Axel C. Heitmann. In Dormagen etwa flossen 10 Millionen Euro in eine Erweiterung um 15.000 Tonnen. In Singapur soll für 200 Millionen Euro eine neue Fabrik entstehen.

Schon 2015 wird die Hälfte der neuen Reifen weltweit „grün“ sein. „Die sparen bis zu 7 Prozent Sprit ein“, weiß Professor Horst Wildemann von der TU München. „Bei 30.000 gefahrenen Kilometern macht das 700 Kilogramm weniger Klimagas Kohlendioxid und 1.000 Euro Ersparnis.“

So ein Pneu ist aber 20 bis 50 Euro teurer. Dafür punktet er mit niedrigem Rollwiderstand, geringem Abrieb und guter Haftung auf nasser Straße. „Mit dem richtigen Mix von Hochleistungs-Kautschuk kann man viel erreichen“, sagt Christoph Kalla, Reifenexperte bei Lanxess.

Der Konzern aber will mehr. 2011 stockte er die Forscher-Crew um 180 auf 700 Spezialisten auf, deren Etat um 15 Prozent auf mehr als 130 Millionen Euro. Damit das Hightech-Material noch besser wird.


 

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