Verbundprodukte

Die Spezialteile der Firma Freudenberg Schwab federn die Schwingungen in Zügen ab

Velten. „Es gibt keinen bedeutenden Bahnhersteller, den wir nicht beliefern“, sagt Jörn Clasen, Geschäftsführer der Firma Freudenberg Schwab Vibration Control. Damit die Züge nicht aus den Schienen springen oder die Passagiere aus ihren Sitzen, werden an jedem Achslager zwei Konusfedern verbaut: wuchtige, 25 Kilo schwere Brocken aus Kautschuk und Metall, wie man sie im Werk Velten (Brandenburg) auf einer 100-Tonnen-Presse fertigt.

Es ist nur ein Beispiel. Mit insgesamt 4.800 verschiedenen Kaut­schuk-Metall-Verbundprodukten rückt die Firma einem Problem zu Leibe, das der Indus­trie an vielen Stellen zu schaffen macht: Schwingungen.

Wenn Kräfte von allen Seiten drücken, schieben und zerren, drohen die sich daraus ergebenden Schwingungen auch bei Windrädern, Baumaschinen oder Schiffsgeneratoren einen vernünftigen Betrieb zu verhindern. „Ohne Schwingungskontrolle“, formuliert es Clasen drastisch, „würde ein Mähdrescher-Fahrer schon nach kurzer Fahrt übers hucklige Feld mit Schwindel und Magenverstimmung aussteigen.“

Das Werk produziert seit 1940, gehört seit 1992 zu Freudenberg

Rund 200 Mitarbeiter in Velten entwickeln und fertigen die weltweit gefragten Kautschuk-Metall-Verbundprodukte. „Die Metallteile kommen nach unseren Vorgaben von Partnern“, erklärt Clasen. „Hier im Werk werden sie zunächst entfettet. Und die Oberfläche wird aufgeraut, phosphatiert und mit einem Bindemittel versehen, damit der Kautschuk hält.“ Es folgt die Vulkanisation der oft aus Naturkautschuk bestehenden Komponenten in einer Presse, dann die Endmontage. Am Ende wird jedes Teil noch geprüft und gekennzeichnet.

Rund 60 Prozent der hiesigen Produktion nimmt die Bahn-Industrie ab. Gefragt sind neben den Konusfedern etwa auch hydraulische Achslenker-Lager (HALL) für die Schiene. Velten ist dafür weltweit Alleinlieferant. Die Lager gleichen Schwingungen aus und sorgen auch für weniger Verschleiß an Radreifen und Schienen. Eine Weltneuheit wird bald auf der Fachmesse Innotrans vorgestellt: ein elektronisch regulierbares HALL.

Schon seit 1940 baut man in Velten schwingungstechnische Komponenten. Aus dieser Tradition stammt viel Know-how in Sachen Verbindung von Metall und Kaut­schuk. Seit 1992 gehört das Werk zur Freudenberg-Gruppe.

Ein zweiter Fertigungsstandort von Freudenberg Schwab Vi­bration Control, mit weiteren 50 Mitarbeitern, ist Adliswil in der Schweiz, außerdem ist die Firma mit Vertriebsniederlassungen in Frankreich, England, Schweden, Russland und China vertreten. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 56 Millionen Euro. 


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