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Die Sonne als Partner


Lukratives zweites Standbein: Das Unternehmen Diehl AKO erobert die Solarindustrie

Wachstumsmotor erneuerbare Energien: In fünf Jahren hat sich ihr Anteil am deutschen Energieverbrauch verdoppelt. Hier zwei Beispiele, wie Betriebe im Ländle den Boom nutzen und die Technologien weiterentwickeln.

Wangen im Allgäu. Die Kraft der Sonne: gigantisch! Sie in Energie umzuwandeln, ist eine Kunst – die von der Industrie im­mer weiter perfektioniert wird. In Deutschland hat die mit sogenannten Photovoltaik-An­lagen produzierte Strommenge im vergangenen Jahr um 40 Prozent zugelegt. Auch in anderen Ländern ist Sonnenenergie auf dem Vormarsch.

Das Know-how war schon vorhanden

Von dem Trend profitiert die Firma Diehl AKO in Wangen. Ihre Mitarbeiter produzieren hauptsächlich elektronische Baugruppen für Hausgeräte – aber seit drei Jahren stellen sie auch „Wechselrichter“ für Solaranlagen her.

Wechselrichter wandeln den Gleichstrom aus den Solarmodulen in Wechselstrom für die Steckdose um. Sie sind hier deshalb unverzichtbar.

 

Das Know-how dazu hat Diehl AKO nicht von ungefähr. Mit elektronischen Steuerungen für Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner ist das Unternehmen international die Nummer eins. Vorstand Dieter Neugebauer: „In diesem Markt haben wir uns in den letzten Jahren weltweit aufgestellt – um Wachstum zu ermöglichen und Arbeitsplätze in Deutschland sicherer zu machen.“

„Haben es unter die Top Ten geschafft“

Das Solargeschäft ist inzwischen zum wertvollen zweiten Standbein geworden. „Wir sind in der Gewinnphase angekommen“, freut sich Neugebauer. „Und wir haben es bereits unter die Top Ten geschafft.“

Die Chancen für weiteres Wachstum stehen gut: In Deutschland wird die Einspeisung von Sonnenstrom ins Netz gefördert, die Preise von Solarmodulen sinken. Bei uns sind 2008 mehr als 1.000 Me­gawatt Leistung aus Solaranlagen dazugekommen – in den USA nur 151 Megawatt.

„Auch in den USA werden es mehr“, erwartet Neugebauer. Schließlich will der neue Präsident Barack Obama regenerative Energien fördern. Die ge­samte Branche schaut auf die Vereinigten Staaten, zumal die ein guter Standort für Solarmodule sind. Sie liegen nämlich im optimalen Breitengrad-Bereich, bieten sehr viel Sonne bei gemäßigtem Klima. „Zu große Hitze mögen Solarmodule nicht“, erklärt Thomas Kühefuß, Entwicklungsleiter Pho­tovoltaik.

Ideal liegen auch China, Indien und die ehemaligen Ostblock-Länder. Die interessieren sich noch nicht sonderlich für Sonnenenergie. „Doch das ist nur eine Frage der Zeit“, ist Neugebauer überzeugt.

Die Aussichten sind also bestens, dass bei Diehl AKO neue Arbeitsplätze entstehen.

Joachim Sigel

 

Info: Diehl AKO Stiftung & Co. KG

Das Unternehmen ist Teil des Nürnberger Diehl-Konzerns. Weltweit arbeiten 2.600 Mitarbeiter für Diehl AKO. Am Stammsitz in Wangen sind es 700.

www.diehlako.de

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