Antriebstechnik

Die Sauberfrau


Die Umwelt-Beauftragte Martina Stock wacht bei ABM Greiffenberger über jedes Detail

Marktredwitz. Skeptisch beäugt wurde sie am Anfang schon. „Schaut die jetzt meinen Mülleimer durch?“, fragten sich einige der Kollegen, als Martina Stock (29) vor zwei Jahren zur Umweltbeauftragten ernannt wurde.

Doch jetzt haben sich ihre 660 Kollegen bei ABM Greiffenberger, einem Spezialisten für Antriebstechnik im oberfränkischen Marktredwitz, an die Neuheit gewöhnt. Und den praktischen Nutzen erkannt.

Dass sie zum Beispiel innerhalb eines Jahres 10 Prozent weniger Papier verbraucht haben. Oder dass Fachleute jetzt daran tüfteln, wie man durch neuartige Filtersysteme in der Produktion Kühlschmierstoffe und Hydrauliköl  länger haltbar machen kann.

Lohn der Mühe: Ein globales Gütesiegel

Die Umweltmanagerin, die bereits seit ihrer Ausbildung zur technischen Zeichnerin dem Betrieb angehört, interessiert sich auch für die Details.Und sie sagt:  „Wir wollen Zeichen setzen, dass wir uns als Unternehmen für die Umwelt engagieren.“ Bedeutend sei das, um Mitarbeiter und Anwohner zu schützen – und auch aus Marketinggründen.

Seit Juli 2007 kann ABM Greiffenberger das international anerkannte Umweltzertifikat nach

ISO14001 vorweisen. Für Stock heißt das, dass sie akribisch über alle im Betrieb verwendeten Materialien und Stoffe wachen muss.

Sie überprüft alles: Von den Gefahrstoffen, von denen derzeit rund 240 im betriebsinternen Kataster aufgelistet sind, bis zum Handwaschmittel.

Sicherheitsdatenblätter, auf denen die Lieferanten ihre Produkte beschreiben, sind ihre Anhaltspunkte. Giftige Substanzen, die zum Beispiel in Lösungsmitteln enthalten sein können, lehnt sie generell ab – und sucht nach Ersatzstoffen.

Allein im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise 38 bisher verwendete Gefahrstoffe verbannt werden. „Dadurch haben wir jetzt keinen einzigen Stoff mehr mit Wassergefährdungsklasse 3, der für Gewässer schädlichsten Stufe“, beschreibt die Expertin sichtlich zufrieden das Erreichte.

Energiespar-Projekt mit den Azubis

Man merkt: Stocks Aufgabe als Umweltmanagerin ist für sie mehr als nur ein Job. Privat fährt sie mit Autogas und engagiert sich auf kommunalpolitischer Ebene in einer jungen parteilosen Gruppe, die sich unter anderem den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Überhaupt setzt sie sich dafür ein, dass das Bewusstsein für ein nachhaltiges Leben und Arbeiten schon so früh wie möglich geschärft wird.

Daher unterstützt sie auch ein Energiesparprojekt der Greiffenberger-Azubis. In drei Teams untersuchen die angehenden Mechatroniker oder Werkzeugmechaniker, wie bei Heizung, Strom und Druckluft Energie eingespart werden kann.

Daniel Wentzlaff etwa und seine Gruppe haben aufgedeckt, dass die Kompressoren besonders am Wochenende wahre Energiefresser sind.

„Die sind zwölf Stunden lang durchgelaufen, obwohl keiner da war“, sagt er. Stock freut sich, die jungen Leute mit Feuereifer bei der Sache zu sehen. Denn so weiß sie: Ihre Arbeit hat sich gelohnt.

Und als die am Anfang gefürchtete Pedantin, die den Leuten in die Mülleimer schaut, betrachtet sie hier schon lange keiner mehr.

Tanja Rexhepaj

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