Technik gegen den Blackout

Die Piller Group sorgt weltweit für unterbrechungsfreie Stromversorgung

Osterode am Harz. Es ist eine Herausforderung für Mensch und Material – auf 5.000 Meter Höhe, in der Atacama-Wüste in Chile, betreiben Forscher das weltgrößte Radioteleskop Alma. 66 Antennen, jede so groß wie ein mehrstöckiges Wohnhaus, erfassen im Verbund wie ein Zoom-Objektiv das All.

Unerlässlich dafür: zuverlässige Stromversorgung. In einem Teil der Welt, in dem Schwankungen und Ausfälle an der Tagesordnung sind. Dass Alma trotzdem reibungslos funktioniert, garantieren „USV-Anlagen“ der Piller Group aus Osterode am Harz.

Batteriebänke und „Powerbridges“

Das Kürzel USV steht für „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“. Piller ist auf diesem Gebiet einer der führenden Anbieter – und die Technik stellt nur einen Teil des Produkts dar, wie Geschäftsführer Detlev Seidel erklärt: „Eigentlich verkaufen wir Versicherungsleistungen, mit deren Hilfe unsere Kunden ruhig schlafen können.“ Es sei das Gesamtpaket inklusive Beratung, Engineering und Service, das Piller die herausragende Position im internationalen Markt sichere.

Ob auf Flughäfen, bei der Bahn, auf Schiffen, in Kliniken oder Rechenzentren: Schon wenige Sekunden Stromausfall können zu Katastrophen führen. Doch dieselgetriebene Notstrom-Anlagen brauchen bis zu 15 Sekunden, um auf die nötige Leistung zu kommen. Eine gängige Praxis ist es, solche Blackout-Sekunden mit Batterien zu überbrücken. Piller bietet hier verschiedene Komplettlösungen aus Elektromaschinen, Dieselgeneratoren, Steuerungstechnik und Batteriebänken an.

Für große Leistungen machen aber solche Lösungen keinen Sinn mehr. So haben Rechenzentren heute einen Strombedarf von bis zu 100 Megawatt, so viel wie eine Stadt mit 40.000 Einwohnern. Für solche Projekte bietet Piller die Produktreihe „Powerbridge“ an. Eine bis zu vier Tonnen schwere Schwungscheibe läuft permanent mit und wird im Blackout-Fall selbst zur Energiequelle, bis das Notaggregat anspringt.

„Piller ist weltweit das einzige Unternehmen“, sagt Seidel, „das Schwungmassenspeicher kommerziell erfolgreich entwickelt und produziert.“ Die Powerbridge wird immer öfter auch zur Stabilisierung von regenerativen Energien etwa in Windparks oder Solaranlagen eingesetzt.

Rund 80 Prozent der Produktion gehen in den Export; bei Großanlagen hat man über 30 Prozent Weltmarktanteil. Die über 100-jährige Erfahrung des Unternehmens und die große Fachkompetenz der Mitarbeiter seien Basis für den Erfolg, sagt Seidel: „Wir müssen viele Technologien beherrschen und haben den Anspruch, unseren Kunden beste deutsche Ingenieurskunst zu liefern.“

Neuer Großauftrag von General Motors

Man achte „auf flache Hierarchien und enge Kommunikation“, betont der Geschäftsführer. Die rund 600 Mitarbeiter in Osterode wüssten das zu schätzen; die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit sei ungewöhnlich hoch.

In die Zukunft blickt Seidel recht optimistisch, da der Markt ständig wächst. Für gute Umsätze sorgte unter anderem ein Großauftrag des US-Autoherstellers General Motors vom vergangenen Herbst: Er wird seine weltweiten IT-Prozesse in zwei Großrechenzentren bündeln – und in Sachen unterbrechungsfreie Stromversorgung auf Technologie aus dem Harz setzen.


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