Papierverarbeitung

Die Party-Macher


Ob Karneval oder Fußball-WM: Die Firma Suthor liefert lustiges Zubehör

Nettetal. Fähnchen, Masken, Luftrüssel, Klatschfächer, Tröten, Narrenkappen, Papier-Orden – und, und, und: Für die Suthor Papierverarbeitung im niederrheinischen Nettetal fängt der Karneval schon an, wenn andere noch gar nicht daran denken. Und jetzt, wenn die Jecken ausgelassen feiern, widmen sich die Mitarbeiter schon den nächsten Festen!

Bei Drucker Matthias Erkens zum Beispiel ist gerade Ostern. Er prüft einen Andruck: Sind Farben und Farbdichte richtig, sitzen die Ränder ganz genau? Perfekt! Dem Druck der Lila-Hasen-Gesichter, die für Oster-Schokolade werben sollen, steht nichts mehr im Weg.

Ein paar Schritte weiter produziert Maschinenführer Ulrich Wegert spezielle Girlanden für eine Brauerei, die etwa im Mai zum Einsatz kommen, zum „Vatertag“ zum Beispiel.

Auf dem Druckbogen sind Biergläser und Bierflaschen zu sehen: Sie werden ausgestanzt, gefaltet und dann an dünnen Kordeln befestigt. „Wimpel-Kette“ heißt so ein Produkt im Fachjargon.

Wegert selbst ist übrigens auch immer wieder Suthor-Kunde: Er kauft im angeschlossenen Geschäft.

Keine Massenware

Zur WM will er natürlich Deutschland-Fähnchen erstehen – und auch die werden schon kräftig produziert.

„Freunde und Bekannte sind manchmal ganz schön erstaunt, was wir alles machen und was es heute alles für den Event-Bereich gibt“, erzählt Wegert. Für praktisch jedes Fest hat Suthor passendes Zubehör – meistens „Made in Germany“. Knapp 50 Beschäftigte werden durch Heimarbeiter unterstützt, die Teile von Hand zusammenfügen, falzen und verkleben.

Massenware für Karneval fertigt das 1928 gegründete Familienunternehmen schon lange nicht mehr: „Standards wie Luftschlangen, Konfetti und einfache Girlanden kommen aus Fernost, dort können sie konkurrenzlos günstig produziert werden. Deutsche Hersteller können nur durch gute Ideen, Individualität und Schnelligkeit bestehen“, erklärt Firmenchef Edmund Suthor.

Seine Party-Macher bestücken heute Großveranstaltungen ebenso mit Deko-Artikeln wie ganz private Feiern. In den letzten Jahren hat Suthor kräftig investiert: Dank der neuen, digitalen Drucktechnik sind viele Artikel schon in kleinen Auflagen für wenig Geld zu bekommen.

Fähnchen mit privaten Motiven

Ein Service, den nicht nur Unternehmen und Vereine schätzen: „Viele lieben Girlanden oder Fähnchen mit selbst gewählten Motiven auch bei einer Hochzeit, einem Jubiläum oder einem runden Geburtstag“, sagt der Marketing-Leiter Lars Bühler.

Natürlich schätzen auch Markenartikler das Know-how von Suthor. „Lila ist nicht einfach lila“, betont Bühler, „die Farben von Markenprodukten sind ganz genau vorgegeben und müssen beim Druck zu 100 Prozent stimmen.“ Oft müssen auch andere Auflagen erfüllt werden. Bei Milka  muss beispielsweise die Druckfarbe den Lebensmittelrichtlinien genügen.

Es sind aber nicht allein die technischen Möglichkeiten, die Kunden zu Suthor führen: „Unser Service  rund ums Produkt entwickelt sich zum echten Renner“, sagt Bühler.

Party-Pakete für Werbe-Aktionen

So werden in Nettetal unter anderem komplette Pakete für Werbe-Aktionen bestückt und an den Einzelhandel verschickt. Oder Brauereien lassen über die Getränkemärkte beim Kauf eines Kasten Biers ein „Faschings-Bespaßungsset“ gratis dazugeben. Und ein bekannter Pay-TV-Sender setzt zur Fußball-Weltmeisterschaft auf gebündeltes Party-Zubehör.

Die Unterstützung der Kunden bei Marketing-Aktionen wird so immer mehr zum Hauptgeschäft: Suthor entwickelt sich vom klassischen Hersteller zu einem Dienstleister. Kommentar des Chefs: „Wir freuen uns auch über die seltsamsten Ideen – und werden dann so richtig kreativ.“

Hier hat die WM schon angefangen

Karneval? „Der ist für uns schon lange rum – wir sind hier eher schon im WM-Fieber!“ An solche Zeitverschiebungen ist Lilli Moor gewöhnt, schließlich arbeitet sie seit 14 Jahren bei Suthor. „Hier ist es bunt und abwechslungsreich, die Arbeit macht einfach Spaß“, erzählt die 56-Jährige.

Im Moment hat sie gut zu tun mit den Fan-Artikeln für die Fußball-Weltmeisterschaft: Da gibt es Tröten und Girlanden, Klatschfächer und Winke-Hände – natürlich in schwarz-rot-gold, aber auch in vielen anderen Nationalfarben.

„Vor allem die Deutschland-Fähnchen erlebten durch die letzte WM eine echte Renaissance“, freut sich der Firmenchef Edmund Suthor.

Mitarbeiterin Moor faszinieren die verschiedenen Motive: „Viele Flaggen sind wirklich schön, aber man kennt die Länder einfach nicht“, bedauert sie. Ein großer Fußball-Fan sei sie nicht. „Aber allein schon wegen meiner drei Enkelkinder werde ich mir auch die passende Deko kaufen, Fähnchen und natürlich auch Tröten – das gehört einfach dazu.“

 

Heiße Idee für neue Werbefläche

Lust auf Kaffee, irgendwo unterwegs?  Kein Problem: Kioske, Tankstellen und andere bieten heiße Getränke zum Mitnehmen an. Oft sind die Becher passend zum Inhalt kaffeebraun bedruckt. „Eigentlich schade um den verschenkten Platz“, dachte sich Edmund Suthor, „den könnte man doch toll für individuelle Werbung nutzen.“ Er ließ seine Leute an der Idee arbeiten.

Kleine Auflagen möglich

Heraus kam eine Banderole, in die ein üblicher Automatenbecher einfach eingesetzt werden kann: Das gibt mehr Stabilität und schützt die Finger vor zu viel Hitze. Vor allem aber kann dieser Pappstreifen beidseitig bedruckt werden. Außen mit knalliger Werbung, auf der Innenseite zum Beispiel mit weiteren Informationen oder einem Preisausschreiben: „Den Möglichkeiten sind da keine Grenzen gesetzt.“

Die Idee kommt an. Denn ein individueller Aufdruck direkt auf die üblichen Becher rechnet sich wegen der benötigten Sondermaschinen erst ab hohen Stückzahlen. „Mit unserer Banderole sind viel geringere Mengen möglich, damit bieten wir zum Beispiel Bäckereien eine echte Alternative.“

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang