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Die Nerven-Kitzler


Maurer Rides baut spektakuläre Achterbahnen

München. Von null auf achtzig in drei Sekunden: Da kommen  viele schnelle Sportwagen nicht mit. Für die neueste Achterbahn des Münchner Herstellers Maurer Rides ist ein solcher Raketenstart aber kein Problem.

Im Bayernpark nahe Reisbach in Niederbayern wurde vor einigen Wochen der „Freischütz“ in Betrieb genommen – eine sogenannte Katapult-Achterbahn. Sie beschleunigt aus dem Stand mit einem elektrischen Linear-Synchronmotor. Ein solcher Antrieb kommt auch in der Magnetschwebebahn Transrapid zum Einsatz.

„Viele Fahrfiguren auf engem Raum“

Das 500 Meter lange Schienen-Gewusel des „Freischütz“ gehört zum Spektakulärsten, was die Tochterfirma des Münchner Stahlbau-Unternehmens Maurer Söhne bislang gebaut hat. Achterbahnen dieses Typs sind im Trend und ein immer lukrativeres Geschäftsfeld für Maurer Rides.

„Viele Fahrfiguren auf engem Raum – das ist das Besondere dieses sogenannten Launch-Coasters“, erklärt Ingenieur Martin Tändl, der die Bahn geplant hat. Der Zug muss nicht erst auf hohe Hügel gezogen werden, um bergab auf Geschwindigkeit zu kommen, da er aus dem Stand beschleunigt. Das spart Platz – und ermöglicht schon mit kleineren Bahnen viel Fahrspaß.

Im Freischütz etwa saust der Zug in weniger als 40 Sekunden durch fünf Überkopf-Elemente und eine Handvoll Steilkurven. Der Bayernpark wirbt stolz mit dem „extremsten“ Fahrgeschäft seiner Art in Deutschland. Für Maurer Rides ist die Bahn erst das fünfte Projekt dieses Typs. Nummer sechs wird gerade gebaut.

Lange Zeit verdiente die Firma hauptsächlich mit gemächlicheren Familien-Fahrgeschäften ihr Geld. „Aber wir entwickeln uns Schritt für Schritt“, sagt Tändl.

Bremsenergie wird gespeichert

Allerdings geht es dem Unternehmen nicht in erster Linie um Rekorde in Höhe und Geschwindigkeit. Es punktet eher mit Neuheiten und einigen ausgefallenen Extras. Schon vor Jahren brachte Maurer Rides einen neuen Sitz­bügel auf den Markt. Er liegt zwar nur am Becken, ist aber trotzdem für Loopings geeignet. Schulterbügel, die einengen, mögen Achterbahn-Fahrer nicht.

Der Freischütz hat zusätzlich eine Weltneuheit zu bieten: Die Bremsenergie wird gespeichert, um mit ihr den nächsten Abschuss zu starten.

Aber die Wagen müssen nicht zwingend – wie für Achterbahnen sonst üblich – nach einem Durchgang stoppen. Bei geringem Besucherandrang geht es im „fliegenden Start“ gleich auf eine zweite Runde. Der Freischütz flitzt außerdem als erste Achterbahn mit LED-Leuchträdern.

Andere neue Ideen stecken in der Bahn „Hollywood Rip Ride Rockit“ in den Universal Studios in Florida. Dort kann jeder Passagier ein Musikstück wählen, das er während der Fahrt an seinem Sitz über Lautsprecher hören kann. Zudem leuchten die Fahrzeuge mit LED-Lichtern. „Das sieht bei Dunkelheit super aus“, erzählt Tändl begeistert.


 

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