Technik

Die Möbel müssen mitspielen


Beschläge von Hettich Franke bieten Sicherheit und Komfort

Balingen. „Höher! Schneller!“  Kindern macht es einen Riesenspaß, auf Bett oder Couch herumzutoben. „Das müssen die Möbel schon aushalten“, meint  Richard Weinzierl, Geschäftsführer bei Hettich Franke in Balingen. Sein Betrieb stellt Beschläge für die Möbelindustrie her.

Selbst wenn die Liege- und Polstermöbel zweckentsprechend genutzt werden, können an ihnen Kräfte auftreten, die dem Drehmoment eines 3er- BMW entsprechen. Deshalb müssen die Produkte von  Hettich Franke samt Lattenrost, Sofa oder Sessel in einer Art Folterkammer ihr Durchhaltevermögen beweisen. Welchem Gewicht die Teile wie oft standhalten müssen, legt die Landesgewerbeanstalt in Nürnberg fest.

So müssen Liegemöbel 5.000 Testzyklen mit 90 Kilogramm überstehen. Sitzmöbel dürfen auch bei 10.000 Zyklen nicht schlappmachen. „Wir legen sogar noch eins drauf“, erzählt Weinzierl. „Allerdings kann man im Labor  nicht alles simulieren, was die Menschen mit ihren Möbeln machen.“

Vom Metallbearbeiter zum Systemanbieter

Längst eingestellt hat sich das Unternehmen auf die Forderung nach mehr Komfort. Nicht zuletzt wegen der alternden Bevölkerung gibt es in Deutschland heute rund eine Million Betten mit motorischer Verstellmöglichkeit.

Durch diese Entwicklung wurde aus dem Metallverarbeiter Hettich Franke ein Systemanbieter. „Das war ein Quantensprung“, so Weinzierl. „Eine motorische Verstellung hat eben nicht sieben Einzelteile, wie ein mechanischer Versteller, sondern 70 Bauteile.“

Nicht nur der Endkunde,  auch die Möbelindustrie soll von den Produkten profitieren. So lässt sich das modulare Baukastensystem „mosys“ ganz leicht durch Einrasten montieren und muss nicht zeitaufwendig verschraubt werden. Auch die elektrische Sicherheit muss gewährleistet sein. Hettich Franke setzt 24-Volt-Gleichspannungs-Motoren ein. So gibt es keine Gefahr durch Stromschläge oder elektromagnetische  Strahlung.

„Möbel polstern kann jeder“, erklärt Weinzierl. Unsere Produkte  ermöglichen es dem Hersteller, sich von Billiganbietern abzuheben.“

Automation ist Voraussetzung

So sind es denn auch Qualitätsgründe, die Hettich Franke mit der Produktion fest zum Standort Deutschland stehen lassen. „Voraussetzung ist aber eine automatische oder halbautomatische Fertigung mit  schnell taktenden Maschinen“, betont Weinzierl. „Und der Lohnanteil muss deutlich unter 30 Prozent sein.“ 

Der Vertrieb ist dagegen weltweit aufgestellt. Hier profitiert das Unternehmen von den 34 Niederlassungen des Mutter-Konzerns.

Joachim Sigel

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