So macht man Geld aus Pappe

Die Metallfirma Welger Recycling Engineering hilft beim Verwerten von Verpackungen

Wolfenbüttel. Ob Industriebetrieb oder Logistikzentrum, Supermarkt oder Möbelhaus, Druckerei oder Getränkeabfüller: Alle kennen das Problem der täglich anfallenden Verpackungs- und Produktionsabfälle. Dabei könnten Pappen und Kartons, aber auch Folien als wiederverwertbare Rohstoffe bares Geld bringen.

Aber nur, wenn sie in der Papierfabrik oder beim Recycler sortiert und verdichtet angeliefert werden. Die Welger Recycling Engineering GmbH in Wolfenbüttel, eine Ausgründung des dort ansässigen gleichnamigen Landmaschinen-Anbieters, ist dabei behilflich.

Jährlich werden etwa 170 Anlagen gefertigt

„Wir haben das Prinzip der Horizontalballenpresse, die Strohballen in der Landwirtschaft fertigt, auf die Recyclingwirtschaft übertragen“, sagt Stefan Lindig, Geschäftsführer der 16 Mitarbeiter starken Firma. „Wir bauen die Geräte, beraten die Kunden bei der Optimierung der Wertstoff-Logistik und helfen ihnen bei der Vermarktung der Reststoffe.“

Die Pressen verdichten die Pappen oder Folien zu kleinen Ballen – sortenrein und transportfähig auf Paletten verladen. Schon seit mehr als 40 Jahren werden die Anlagen in Wolfenbüttel gebaut, lange Zeit in der Recycling-Sparte des Landmaschinenbauers Welger. Als sich der Konzern 2011 von diesem Geschäft trennen wollte, nutzte der damalige Welger-Manager Lindig die Chance. Und machte sich mit der Entsorgung selbstständig.

Die „jahrzehntelangen Erfahrungen“, so betont der heutige Firmenchef, waren beim Weiterentwickeln des Geschäftsmodells in der letzten Zeit natürlich von Vorteil. „Immerhin hat man hier in Wolfenbüttel inzwischen schon insgesamt 15.000 solcher Recycling-Pressen ausgeliefert.“

Verkaufsschlager ist eine kleine, transportable Einheit, die bis zu 30 Kilogramm schwere Ballen mit einer Kantenlänge von 60 Zentimetern presst. „Allein davon verkaufen wir rund 150 Geräte pro Jahr“, berichtet Lindig.

Insgesamt setzt man mit etwa 170 Anlagen pro Jahr rund 4 Millionen Euro um. Die größten schaffen Ballen bis zu 300 Kilogramm Gewicht und verarbeiten jährlich mehr als 2000 Tonnen Wertstoffe. Der Exportanteil des Maschinenbauers beträgt etwa 30 Prozent. Wichtige ausländische Märkte sind neben den EU-Ländern Japan und Nordamerika.

Ausdrücklich setzt der 46-jährige Chef auf Wachstum. Das zeigt auch die Investition von rund 750.000 Euro in eine neue Produktionsstätte: Im Gewerbepark Wolfenbüttel-West ist auf einem 3.500 Quadratmeter großen Gelände eine 1.300 Quadratmeter große Halle mit Bürotrakt und Werkstätten entstanden.

Eine Solarthermie-Heizanlage sorgt für umweltschonende Wärmegewinnung. Und Infrarotstrahler erzeugen im Gebäude die Wärme genau dort, wo sie gebraucht wird.


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