Luxus-Verpackungen

Die Meister des Geschenkpapiers


Die Firma Wickels kann unglaublich viele Varianten liefern

Fürth. Weihnachten – das ist Lichterglanz, ein geschmückter Baum, Festtagsstimmung und nicht zuletzt: Geschenke. Alljährlich profitieren deshalb vor allem Branchen wie die Unterhaltungselektronik und die Spielwaren-Hersteller vom Weihnachtsgeschäft. Doch ob Spiele-Konsole, Action-Puppe, kuschliger Schal oder edles Parfum: Eine Weihnachtsgabe  ohne schöne Verpackung? Das geht gar nicht! Davon profitieren Firmen wie die Wickels Papierveredelungs-Werke im bayerischen Fürth.

Die handelsüblichen Tannenbäume, Nikoläuse oder Rentiere auf dünnem Papier sucht man dort allerdings vergebens: Bei Wickels glitzert und funkelt es, da schillern Gold und Silber auf schwerem Papier, da verblüffen selbst ausgefallene Farben durch ihre Brillanz.

„Wir drucken kein einfaches Geschenkpapier. Wir stellen veredelte Papiere her. Die Massenware kommt aus Billiglohnländern, da haben deutsche Hersteller schon lange keine Chance mehr“, erläutert Marcus Vogler, Geschäftsführer des mehr als 100 Jahre alten Unternehmens.

Leder-Optik und Samt-Struktur

Von den Mitarbeitern wird zum Beispiel Aluminium auf Karton kaschiert, da werden metallisierte Polyesterfolien auf Papier aufgetragen. Da wird geprägt, gerollt und geschnitten. Geliefert wird dann auf großen Rollen, konfektioniert für die Weiterverarbeitung zu Faltschachteln und Kartons oder fertig verpackt als Geschenkpapier für den Einzelhandel.

Im Betrieb stehen unzählige Walzen bereit, die je nach Auftrag Sternchen, Schriftzüge oder grafische Motive prägen, für Marmor-Effekt oder Leder-Optik sorgen. Außerdem können die Spezialisten Farbe oder Lack auftragen, speziell gewebte Polyesterfäden oder samtene Strukturen: Was immer Oberflächen veredelt, ist bei Wickels zu finden.

„Multipliziert man Prägemöglichkeiten und Materialvielfalt unseres Hauses mit dem Farbspektrum, das wir beherrschen, dann ist unsere Produktpalette sicher einzigartig“, betont Vogler.

Angefangen hat alles 1902, als Ingenieur Fritz C. Wickels ein Verfahren erdachte für die Produktion eines hauchdünnen Papiers, in das Schokolade verpackt wurde. Bis heute ist es in vielen hochwertigen Pralinenschachteln zu finden – mal schlicht und einfach oder aber goldgeprägt und mit Schriftzug des Pralinen-Herstellers.

Auch wenn dieses Papier harmlos aussieht: Es steckt eine Menge Know-how darin. „Schließlich ist es lebensmittelecht, geschmacks- und geruchsneutral, außerdem dient es als Fett-Barriere“, sagt Vertriebsleiter Ralph Schlotter.

Goldene Brötchentüten

Auf Basis des Traditions-produktes hat die Firma gerade für einen Schweizer Kunden ein goldenes Papier entwickelt, das zu Brot- und Brötchentüten verarbeitet werden soll. „Edles Papier bei der Verpackung steigert den Wert jedes Produktes“: Davon ist Wickels-Chef Vogler überzeugt.

Kein Wunder also, dass zu den Kunden nicht zuletzt die Hersteller hochwertiger Kosmetika und Parfums zählen, darunter zum Beispiel La Prairie, Gucci und Azzaro. Da muss sozusagen jedes einzelne Glitzern perfekt sein. Und so kontrolliert Mitarbeiterin Gisela Szeles, zuständig für die Qualitätssicherung,  jeden Andruck besonders sorgfältig. In der Lichtbox, die verschiedene  Lichtverhältnisse simulieren kann, stellt sie schnell fest, ob der gewünschte Farbton und die Effekte auch ganz exakt erreicht wurden.

Eine Stärke der Wickels-Mannschaft: „Wir lassen uns einfach immer was einfallen – und das ist am Markt bekannt“, freut sich Vertriebsleiter Schlotter. „Ein Kunde kam mit einer schillernden Weihnachtskugel zu uns und wollte die gleiche Farbe und auch den Effekt auf einem Geschenkpapier. Wir haben ihn nicht enttäuscht.“

Maja Becker-Mohr

„In zwei Minuten ist die Farbe fertig“

Evelin Egyed kann jetzt per Computer mischen

Zu Hause sind seine Frau und seine beiden Kinder sein ganzer Stolz. Im Betrieb freut sich Wickels-Mitarbeiter Evelin Egyed (40) jetzt jeden Tag über die funkelnagelneue Farbmisch-Anlage, die er betreut: Bisher musste jede Zutat ganz genau von Hand abgewogen werden – nun geht das automatisch, nach Eingabe der gewünschten Farbe ins Display.

„Meist muss ich dann nur noch ganz wenig ändern“, erklärt Egyed. „Der Computer ist einfach viel schneller und sehr präzise: Ich drücke auf den Knopf – in zwei Minuten ist die Farbe fertig. Bei komplizierteren Farben dauerte die Mischung von Hand eine halbe Ewigkeit, diese Investition macht sich für uns hier in der Produktion echt bezahlt.“

Er ist gebürtiger Rumäne, lebt seit 1988 bei uns. Als er damals beim Arbeitsamt gemeldet war, wurde die Wickels-Inhaberin Dagmar Fischer-Tscheike auf den gelernten Werkzeugmacher aufmerksam: „Die Chefin rief mich persönlich an und fragte, ob ich bei Wickels anfangen möchte“, berichtet Egyed. Seitdem ist er der Firma treu geblieben – sein halbes Leben lang.

 

Info: Wickels Papierveredelungs-Werke

Die Wickels Papierveredelungs-Werke stehen für hochwertige Papiere und Kartons. Verarbeitet werden dafür vorrangig Aluminium und metallisierte Polyesterfolien. Das Unternehmen ist im Familienbesitz und beschäftigt knapp 50 Mitarbeiter. Die Wickels-Produkte sind in vielen Ländern der Welt dort zu finden, wo gehobene Waren und Luxusgüter verkauft werden: Die Exportquote liegt bei rund 50 Prozent.

www.wickels.de

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