Innovation

Die Kult-Kamera aus Solms


Solms. „So eine X2 ist mein Traum, und irgendwann erfülle ich mir den auch“, sagt Corinna Krayl. Seit drei Jahren arbeitet die gelernte Bürokauffrau in der Montage von Leica Camera in Solms. Hier hat sie so schon fast jeden Kamera-Typ in den Händen gehabt. Aber die Kompaktkamera X2 ist ihr Favorit, einfach zu bedienen, mit neuem Bildsensor und der Leica-berühmten Brennweite von 35 Millimetern.

„Hier im Unternehmen kann man sich der Magie der Leica-Kamera nur schwer entziehen“, so Krayl. Damit spricht sie Firmenchef Alfred Schopf aus der Seele: „Wer das Fotografieren liebt, kommt an uns nicht vorbei. Leica ist Kult. Das haben wir uns hart erarbeitet mit herausragender Qualität“, sagt er selbstbewusst.

Stolz zeigt er eine Leica Monochrom. Sie ist die erste digitale Kleinbildkamera, die einzig für Schwarz-Weiß-Aufnahmen entwickelt wurde. „Das Ergebnis sind Bilder in bisher unerreichter Schärfe, die in jedem den Künstler wecken“, sagt Schopf.

Guter Bildsensor ist wichtiger als viele Pixel

Ob in Farbe, Schwarz-Weiß oder aufwendiger Sonderanfertigung: Sie alle zeichnen handgefertigte Objektive aus, mit Bildsensoren, die gestochen scharfe Bilder ermöglichen, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Gefragt nach der Pixel-Angabe der verschiedenen Modelle schüttelt Schopf nur den Kopf. „Entscheidend für die Qualität der Fotos ist der Sensor und nicht die Anzahl der Pixel“, klärt er auf.

Je größer ein Sensor ist, umso mehr Licht kann er aufnehmen. Das zeigt sich vor allem in der Dämmerung oder in Innenräumen. „Da kommt kein Handy mit, deshalb ist eine gute Kamera für echte Foto-Fans immer ein Muss“, sagt Schopf. Angefangen hat alles vor rund 100 Jahren, als der Feinmechaniker Oskar Barnack, Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar, 1914 eine Kleinbild-Kamera erfand. Er orientierte sich am Bildformat der Filmrolle in einer Kamera fürs Kino. Das wurde verdoppelt, und so entstand das Format von 24 mal 36 Millimetern. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die erste Leitz-Camera (Lei-Ca) ab 1924 in Serie.

Heute hat die Leica Camera AG weltweit 1.200 Mitarbeiter, die einen Umsatz von über 300 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaften. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Solms (600 Beschäftigte). Einen zweiten Produktionsstandort gibt es seit 1973 in Portugal.

Innovative Produkte haben die positive Entwicklung des Unternehmens in der jüngeren Vergangenheit vorangetrieben. Im dritten Jahr in Folge konnten sich die Mitarbeiter über eine Extraprämie freuen.

Aktuell wird ein neuer Firmensitz in Wetzlar gebaut. Bis zum Ende des Jahres soll hier für rund 55 Millionen Euro ein hochmodernes Firmengelände entstehen, das Produktion und Verwaltung aufnimmt. Auch an ein Museum, ein Res­taurant, ein Fotostudio und einen Leica-Store für Besucher ist gedacht. Alfred Schopf: „Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens.“

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