Mittelstand

Die Kontakt-Schmiede


Präzision ist wichtig, oft lebenswichtig: Steckverbinder von ODU können viel

Mühldorf. Hier findet zusammen, was zusammen gehört. Nein, eine Partnervermittlung ist die

Firma ODU in Mühldorf nicht. Hier, auf halber Strecke zwischen München und Passau, macht man Steckverbindungssysteme. Aber auch die haben es in sich!

650 Mitarbeiter sorgen dafür, dass immer zwei zusammenpassen – und zwar überall dort, wo Strom oder Leistung übertragen werden. In unserer hoch technisierten Welt ist das häufig der Fall: etwa in Medizintechnik und Telekommunikation, in der Mess- und Prüftechnik, in der Industrie-Elektronik, im

Auto- und Maschinenbau.

Von Beatmungsgeräten bis zu Hybrid-Autos

Eines der Erfolgsprodukte des schon 1942 gegründeten Unternehmens ist der „Rundsteckverbinder“. Das Prinzip ist hier ähnlich wie bei einem Gartenschlauch: Ist die Verriegelung einmal eingerastet, ist eine sichere Verbindung hergestellt, die sich nicht ungewollt lösen kann, andererseits kann der Stecker aber auch schnell umgesteckt werden. Eigenschaften, die zum Beispiel an einem Beatmungsgerät wichtig sind – und überhaupt im stark wachsenden Markt für Medizintechnik.

Seit 2004 setzt ODU, das die Initialen seines Gründers Otto Dunkel trägt, verstärkt auf die Auto-Branche. Dazu wurde eine Tochterfirma gegründet. Bei Antrieben wie mit Hybrid oder Wasserstoff werden ODU-Stecker mitfahren.

Besonders stolz ist man auf die Spezial-Anfertigungen nach Kundenwunsch. So wurden im Auftrag des Philips-Konzerns sogenannte nicht-magnetische Kontakte für Magnetresonanz-Tomographen neu entwickelt, getestet und gebaut. Ohne diese Maßanfertigungen  würden die Geräte zum Erkennen von Organveränderungen nicht funktionieren.

Allein-Lieferant bei über 100 Firmen

„Wir haben alle  Technologien im Haus, so können wir flexibel auf Kundenwünsche reagieren“, erklärt  Geschäftsführer Kurt Woelfl. Jedes Jahr erhält das Unternehmen rund 30 Entwicklungsaufträge. Es ist Alleinlieferant bei über 100 Firmen weltweit.

Inzwischen produziert das Unternehmen auch an Standorten in Rumänien und China. Doch am Stammsitz Mühldorf wird nicht gerüttelt. 30 Millionen Euro wurden hier allein in den letzten fünf Jahren investiert.

„Unsere hochqualifizierten Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“, betont Woelfl.  Besonderes Augenmerk gilt der Ausbildung (siehe unten: „Preisgekrönt ...“). Diese Prioritätensetzung zeigt augenscheinlich Wirkung: Mehr als 25 Prozent der derzeitigen ODU-Mitarbeiter sind auch hier ausgebildet worden.

Miriam Zerbel

 

Preisgekrönt: Ausbildung plus Kunst

Kürzlich wurde ODU für seine Ausbildung mit dem zweiten Platz des Bayerischen Mittelstandspreises geehrt. Alle zwei Jahre gehen die Auszubildenden auf eine viertägige Kulturreise, die sie selbstständig organisieren müssen. Zudem erhalten die 43 Lehrlinge einmal wöchentlich professionellen Kunstunterricht: Sie malen, töpfern,werken – während der Arbeitszeit. „Das fördert gezielt Fantasie und Kreativität“, sagt Aufsichtsrat-Mitglied Wolfgang Jacobi.

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