Von Aspirin bis Hightech-Materialien

Die Höhepunkte aus 150 Jahren Bayer-Forschung


Leverkusen. Medikamente gegen Kopfweh und Fußpilz, ausreichend  Nahrung, Kleidung, die auch nach der Wäsche Form und Farbe behält, schnelle Autos, warme Wohnungen: Das alles macht unseren Alltag angenehmer.

Zu verdanken haben wir die Errungenschaften Wissenschaftlern, die emsig an Innovationen  tüfteln. Wie einst der Kaufmann Friedrich Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott: Sie gründeten am 1. August 1863 die Firma „Friedr. Bayer et comp.“.

Heute arbeiten beim Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern 111.000 Mitarbeiter weltweit. Sie folgen der Parole „Wissenschaft für ein besseres Leben“ von Konzern-Chef Marijn Dekkers. Pro Jahr fließen 3 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte. Es geht um Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien.

1. Wirkstoffe und Therapien für unsere Gesundheit

Allein im letzten Jahr meldete Bayer 146 „Gesundheits-Patente“ an. Daraus entstehen Arzneien. Zum Beispiel eins gegen Doppelkinn: Es verringert die Fettablagerungen und soll bald auf den Markt kommen – für manche ein Segen. Es gab aber auch Bahnbrechenderes in der Firmengeschichte:

1899 kommt der Klassiker aller Schmerzmittel auf den Markt: Aspirin. Deutsche Verbraucher haben es gerade zum vertrauenswürdigsten Schmerzmittel des Jahres 2013 gewählt.

1935 sind Ärzte noch hilflos gegen Diphtherie, Scharlach, Blutvergiftung, Lungenentzündung und andere bakterielle Infektionen. Da entdeckt Bayer-Forscher Gerhard Domagk ein Antibiotikum (Pontosil). Wenig später erhält er dafür den Nobelpreis.

1937 geht der Blick nach Afrika. Eine Arznei (Resochin) hilft gegen Malaria. Bis heute wird das Medikament auch von Touristen zur Prophylaxe und Stand-by-Therapie eingesetzt.

1973 geht es Pilzerkrankungen an den Kragen. Erreger haben gegen das breite Wirkungsspektrum eines neue Antimykotikums (Canesten) keine Chance.

1975 liefern die Forscher einen wichtigen Beitrag für Herz-Kreislauf-Patienten. Ein neues Arzneimittel (Adalat) wirkt gegen Bluthochdruck. Es ist heute eines der umsatzstärksten Medikamente.

1993 bringt Bayer sein erstes gentechnisch hergestelltes Medikament (Kogenate) für Bluter auf den Markt. Bisher wurden solche Mittel mühsam aus menschlichem Blutplasma gewonnen.

2005 gibt es grünes Licht für ein neues Krebsmittel (Nexavar), das heute in über 100 Ländern zur Behandlung von Nieren- und Leberkrebs im Einsatz ist.

2008 tritt eine Arznei gegen Blutgerinnsel (Xarelto) ihren Siegeszug an. Heute wird sie auch vorbeugend gegen Schlaganfälle, Venenthrombosen und Lungenembolien genutzt.

2013 erforscht der Konzern vorrangig Herz- und Bluterkrankungen, Krebs, Frauengesundheit und diagnostische Bildgebung.

2. Ausreichend Nahrung und Schutz vor Insekten

Auf der Erde leben sieben Milliarden Menschen. Um die Weltbevölkerung auch in Zukunft ernähren zu können, ist Ackerbau ohne Chemie undenkbar. Allein Deutschland sichert die Weizenversorgung für 180 Millionen Menschen. Die Meilensteine der Bayer-Agrargeschichte:

1892 stoppt das erste künstliche Insekten-Vernichtungsmittel (Antinonnin) die hungrige Nonnenraupe, die ganze Wälder kahl frisst.Es ist die Geburtsstunde des modernen Pflanzenschutzes.

1935 lässt sich Getreide wirksam vor Pilzbefall schützen. Das Saatgut wird gebeizt (Uspulun).

1971 wird die Bekämpfung von Unkraut leichter. Kulturpflanzen lassen sich mit einer Substanz  (Sencor) dagegen behandeln, die aber den Kartoffeln, Tomaten oder Zuckerrüben nicht schadet.

1988 tritt ein Mittel gegen Pilz­erkrankungen (Folicur) seinen Siegeszug um die Welt an. Hobbygärtner schützen damit ihre Rosen vor Mehltau, Bauern ihr Rapsfeld vor Befall. Heute wird es in mehr als 100 Ländern bei 90 verschiedenen Kulturpflanzen eingesetzt.

2012 hilft ein Wirkstoff (Deltamethrin) beim Kampf gegen die Malaria-Mücke. Das Insektizid  steckt in den Fasern von Mückennetzen, auch nach der Wäsche.

3. Neue Materialen helfen, Energie und Ressourcen zu sparen

Hightech-Werkstoffe dämmen Gebäude und sparen Heiz- oder Kühlenergie. Leichte Materialien helfen Autos beim „abspecken“, so verbrauchen sie weniger Sprit. Moderne Beschichtungssysteme trotzen Wind und Wetter, machen Gegenstände dauerhaft haltbar und verleihen Glanz bei Automobilen, Schiffen, Eisenbahnzügen oder Windrädern.

1910 findet Bayer-Chemiker Franz Hofmann den Grundbaustein für künstlichen Kautschuk, ohne den heute kein Auto fahren und kein Flugzeug fliegen würde.

1982 ist die Geburtsstunde der Audio-CD: Basismaterial ist Polycarbonat (Makrolon), das heute noch in Speichermedien steckt.

2011 wird aus Abfall neuer Rohstoff: Das Treibhausgas Kohlendioxid lässt sich zu Schaumstoff umwandeln und ersetzt kostbares Erdöl.

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