Die können jetzt einpacken!

Die Hochschule München bietet einen neuen Master-Studiengang an: Verpackungstechnik


München. Der Lerneifer von Christoph Gutmann kann sich sehen lassen. Nach dem Abi stand erst mal eine Ausbildung zum Verpackungsmittelmechaniker in einem Wellpappe-Unternehmen an. Dann ging es an die Hochschule München. Dort hat der 25-Jährige ein Studium zum Bachelor of Engineering erfolgreich beendet. Und jetzt will er dort noch seinen Master machen – in einem neuen Studiengang: Verpackungstechnik.

Viele Job-Angebote aus der Industrie

„Mit dem Master stehen mir später einfach noch mehr Wege offen“, ist Gutmann überzeugt. Er gehört zu den Ersten, die sich nach dem Bachelor-Abschluss an den neuen Master-Studiengang wagen – und damit drei zusätzliche Semester büffeln müssen.

Gutmann und 16 weitere junge Menschen haben kürzlich ihren Bachelor-Abschluss mit dem Schwerpunkt Verpackungstechnik gefeiert. Und etwa die Hälfte von ihnen strebt nun noch den Master an. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Notendurchschnitt von 2,5 oder besser.

Im Master-Studiengang werden die Kenntnisse vertieft: So gibt es unter anderem einen Themenblock Recht, um die Gesetzgebung zu Patentschutz oder Gefahrguttransporten besser kennenzulernen. Hinzu kommen aber auch Themen wie Mitarbeiterführung, Zeitmanagement und Rhetorik. Projektarbeiten in enger Kooperation mit Unternehmen bringen noch mehr Praxisbezug.

Schon der Münchner Bachelor-Abschluss bietet sehr gute Aussichten auf eine Stelle in der Industrie: „Selbst im Krisenjahr 2008/2009 kamen alle unsere Absolventen gut unter. Und uns liegen ständig Job-Angebote vieler Unternehmen vor“, sagt Professor Dirk Burth vom Fachbereich Verfahrenstechnik Papier und Verpackung.

Aufgrund des absehbaren Ingenieurmangels bietet inzwischen sogar ein Unternehmen an, Studenten per Stipendium zu unterstützen – und so an sich zu binden.

Aufgrund der zunehmenden Automatisierung und der stetig steigenden Ansprüche an Verpackungen sind die Spezialisten gefragt: „Sie kennen sich eben aus, vor allem, wenn es um technische Fragen geht“, erläutert Professor Martin Angerhöfer.

Wichtig für den Studienerfolg sind gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie: „Ohne naturwissenschaftliches Know-how ist das Studium nicht zu schaffen“, sagt Angerhöfer.

Von Kaffeebechern bis Bonbontüten

Schließlich geht es hier um Papier und Kunststoff und um all die Dinge, die man daraus produzieren kann: von Umzugskisten aus Wellpappe über Getränkekartons und Faltschachteln bis hin zu Folientaschen, PET-Flaschen, Kaffeebechern, Bonbontüten, Pralinenschachteln und selbstklebenden Etiketten.

Die Studenten lernen in München daher unter anderem den Umgang mit Verbundmaterialien und die Veredelung von Verpackungen durch aufwendige Druckverfahren. Sie erfahren, wie belastbar Papier ist – und welche Vor- oder Nachteile ein Produkt aus Kunststoff hat.

Der Wunsch, all das zu wissen und zu verstehen, brachte auch Sandra Dück an die Hochschule – und dann zum Master-Studiengang. Vorher hatte sie in einer Werbeagentur gearbeitet und festgestellt, dass der Kreativität oft technische Grenzen gesetzt werden. „Ich hörte damals immer wieder: ‚Das geht nicht, die Verpackung kann man nicht produzieren‘ – und ich musste das einfach glauben“, erinnert sich die 28-Jährige. Inzwischen kann sie selbst beurteilen, was geht, und was nicht.

Shahin Rastizadeh (27) will sein Studium ebenfalls bald mit dem Master of Engineering abschließen. Ein Praxissemester bei einem Nahrungsmittel-Konzern und die Zusammenarbeit mit einer Pharma-Firma im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit bestätigten ihm, dass er seinen Traumberuf gefunden hat. „Und mit dem Master hoffe ich, irgendwann einmal ins obere Management zu kommen.“

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Die Praxis im Blick

Mehr als 60 Studiengänge

Die Hochschule München ist Bayerns größte Hochschule für angewandte Wissenschaften und die zweitgrößte Fachhochschule Deutschlands. Mehr als 60 Bachelor- und Master-Studiengänge mit engem Praxisbezug werden angeboten, zum Beispiel für Verpackungstechnik. Auch für Berufstätige gibt es eine ganze Reihe von Weiterbildungs- und flexiblen Studienmöglichkeiten.
Rund 500 Professoren, 660 Mitarbeiter und wissenschaftliche Angestellte sowie etwa 750 Lehrbeauftragte betreuen hier fast 16.000 Studierende.

www.hm.edu

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