Sicherheitsbauteile aus dem Taunus

Die Herren der Ringe

Bad Homburg. Hoch konzen­triert vermisst Stefan Palmert den Ring, den er gerade aus einem Stahlrohrabschnitt gefertigt hat. Der Ring ist Teil einer Rücklaufsperre für ein Förderband. „Maßgenauigkeit geht einem hier in Fleisch und Blut über, ist für uns Tagesgeschäft“, sagt der Zerspanungsmechaniker.

Und das aus gutem Grund: Palmert arbeitet bei Ringspann in der Taunusstadt Bad Homburg. Mit weltweit 400 Mitarbeitern zählt das Unternehmen zu den führenden Herstellern von Antriebskomponenten und Präzisionsspannzeugen. Da muss alles auf Hundertstel genau stimmen.

„Zu unseren Kunden“, erklärt Geschäftsführer Fabian Maurer, „gehören namhafte internationale Firmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Automobil- und der Luftfahrt-Industrie.“

Seit 70 Jahren Stück für Stück gewachsen

Teile von Ringspann finden sich unter anderem in Wind- und Wasserkraftanlagen, in Schienenfahrzeugen, Getriebemotoren, Pumpen und Ventilatoren. Außerdem stecken sie in Werkzeug-, Druck-, Textil- und Verpackungsmaschinen. Eine der vielen Spezialitäten des Unternehmens sind Freiläufe und Rücklaufsperren. Die sorgen für Sicherheit im Maschinen- und Anlagenbau.

Förderbänder im Bergbau zum Beispiel müssen bei Komplikatio­nen vor dem Rückwärtslauf bewahrt werden, damit die transportierten Gesteinsbrocken nicht unkontrolliert herumfliegen und Schäden verursachen.

Auch Kühlwasserpumpen in Kernkraftwerken rüstet Ringspann mit solchen Sperren aus. Zudem haben die Spezialisten ein neues Bremssystem für Kräne entwickelt. Bei einem Stromausfall stoppt es die Seiltrommel des Krans automatisch ab, und das tonnenschwere Transportgut wird festgehalten. „So können dank unseres Bremssystems schwere Unfälle durch herabstürzende Lasten verhindert werden“, erläutert Technikchef Ernst Fritzemeier den Vorteil.

Seit der Gründung vor 70 Jahren ist der Betrieb Stück um Stück gewachsen und beschäftigt heute weltweit 400 Mitarbeiter, davon 265 in Bad Homburg und in Oberursel. Weitere Produktionsstätten wurden in China, USA und Indien aufgebaut. Zudem sorgt ein weltweites Netz an Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern für persönlichen Service. „Unsere Montage- und Produktionsstätten in verschiedenen Ländern sichern schnelle und zuverlässige Belieferung“, betont Maurer.

All das wissen die Kunden zu schätzen. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe, vorrangig im Ausland, einen Umsatz von rund 65 Millionen Euro. Der Geschäftsführer: „Wenn wir nur für den deutschen Markt produzieren würden, könnten wir montags schon schließen und als Unternehmen damit kaum existieren.“


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