Energietechnik

Die Heiz-Künstler


Der Ventilatoren-Hersteller ebm-papst hilft Geld zu sparen und die Umwelt zu schützen

Landshut. Die Weltmarktpreise für Erdgas sind zuletzt kräftig gestiegen – das lässt auch die Heizkosten und damit die „zweite Miete“ in die Höhe schnellen. Wer es auch im nächsten Winter im Wohnzimmer wohlig warm haben möchte, ohne sein Geld durch den Kamin zu jagen, der kann von Unternehmen wie dem Motoren- und Lüfter-Hersteller ebm-papst aus Niederbayern profitieren.

Der produziert in seinem Werk Landshut unter anderem das elektronische Regelungssystem „Lambda-Constant“, das die Gasverbrennung in Heizungen optimiert. Abnehmer sind nicht Endverbraucher, sondern die Heizgeräte-Hersteller.

„Wir schlagen mit dieser Technik gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe“, berichtet Geschäftsführer Stefan Brandl. „Durch das System moduliert der Brenner wesentlich effizienter entsprechend dem Heizbedarf.“ Also wird durch das richtige Gas-Luft-Gemisch die Energie bestens ausgenutzt. Das spart Kosten. Gleichzeitig sinkt der Schadstoffausstoß. Das schont die Umwelt.

Brandl: „Wir tragen so entscheidend zum Ziel 20/20/20 der Bundesregierung bei.“ Bis zum Jahr 2020 sollen 20 Prozent weniger Energie verbraucht und 20 Prozent weniger Schadstoffe produziert werden.

„Weltweit bester Lieferant“

Das Landshuter Werk ist Weltmarktführer im Brennwertgeschäft. 90 Prozent aller Heizkessel sind mit Ventilatoren von ebm-papst ausgestattet. Brandl: „Wir erreichen das über Qualität – mit Preisen aus Fernost können wir ohnehin nicht mithalten.“  So zeichnete die Vaillant-Gruppe, eines der führenden Unternehmen der Heiz- und Klimatechnik, im vergangenen Jahr ebm-papst als „weltweit besten Lieferanten“ aus.

Man tut viel dafür, für Probleme die richtige Lösung parat zu haben. So arbeiten Spezialisten derzeit daran, dass sich die Heizung vor der Rückkehr aus dem Urlaub per Handy einschalten lässt. Und 2007 hat das Landshuter Werk für einen zweistelligen Millionenbetrag ein neues Innovationszentrum errichtet.

Dort werden in einem eigens dafür eingerichteten Labor Brenner und elektronische Steuerung mit unterschiedlichsten Gasen getestet. Hintergrund: Die Liberalisierung des Gasmarktes wird dazu führen, dass Gase von verschiedenen Herstellern und aus unterschiedlichen Fördergebieten durch die Netze geleitet werden. Das System „Lambda-Constant“ erkennt über Sensoren Zusammensetzung und Qualität der Gase und optimiert die Verbrennung.

„Jeder Azubi wird übernommen“

„Die neue Generation unserer Gasgebläse für den Heizungsmarkt ist von der Elektronik geprägt, die bei uns entwickelt wird“, betont Axel Koster, der für Produktion und Personal zuständige Geschäftsführer.

Dafür werden ganz spezielle Fachkräfte benötigt, die auf dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Der Betrieb bildet sie daher selbst aus. Die 50 Lehrlinge – 30 von ihnen werden Mechatroniker – haben in dem Innovationszentrum 680 Quadratmeter zur Verfügung. Das ist doppelt so viel wie vorher. Koster: „Wir übernehmen jeden, den wir ausgebildet haben.“

Matthias Nauerth

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