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Frauenförderung

Die „Girls’ Day Akademie“ in Hamburg begeistert Mädchen für Technik

Die Hamburger Einrichtung bietet spannende Einblicke in die Arbeitswelt technischer Betriebe. Und sie ermöglicht den Teilnehmerinnen einen direkten Kontakt zu potenziellen Ausbildungsfirmen und Hochschulen.

Spaß im Betrieb: Bei Still konnten die Mädchen sich auch mit Azubis austauschen. Foto: Augustin

Spaß im Betrieb: Bei Still konnten die Mädchen sich auch mit Azubis austauschen. Foto: Augustin

Fasziniert: Die 15-jährige Leen Alkoushk findet das Programm der „Girls' Day Akademie“ toll. Foto: Augustin

Fasziniert: Die 15-jährige Leen Alkoushk findet das Programm der „Girls' Day Akademie“ toll. Foto: Augustin

Neue Erfahrung: Zwei Schülerinnen bei der Arbeit mit dem Lötkolben. Foto: Augustin

Neue Erfahrung: Zwei Schülerinnen bei der Arbeit mit dem Lötkolben. Foto: Augustin

Halbzeit beim zweiten Jahrgang der „Girls’ Day Akademie“ Hamburg – diesen Anlass nutzten die Teilnehmerinnen und ihre Betreuer für einen Besuch beim Gabelstaplerhersteller Still. Die Akademie bietet Schülerinnen der neunten Klassen jede Woche Einblicke in die Berufs- und Ausbildungspraxis der Metall- und Elektro-Industrie.

„Bei uns steht Fräsen statt Frisieren und Maschinenbauen statt Blumenbinden auf dem Programm“, erklärt Joyce Müller-Harms. Sie leitet die Abteilung für Berufsbildung und Arbeitsmarkt beim Verband Nordmetall, der die Girls’ Day Akademie zusammen mit der Agentur für Arbeit fördert. Praxis steht bei dem Projekt im Vordergrund, seit den Sommerferien haben die 15 Mädchen den Flughafen und Airbus kennengelernt, haben gesehen, wie bei Hauni Maschinen gebaut werden und aus Obst und Elektronik einen Controller für Computerspiele gebaut. Im zweiten Halbjahr stehen unter anderem Schiffbau, Soft Skills und das Hamburger Schülerforschungszentrum auf der Agenda.

Praktische Erfahrungen wirken besser als trockene Theorie

Das kommt bei den Schülerinnen an. „Ich finde gut, dass man hier viel für die Zukunft lernen kann“, meint die 16-jährige Madeleine Müller von der Gretel-Bergmann-Schule, und ihre Klassenkameradin Leen Alkoushk (15) ergänzt: „Mir gefällt es, weil ich typische Männerberufe kennenlernen möchte.“

Das freut auch Sten-Arne Saß, Leiter Berufsausbildung bei Still, denn eines seiner Ziele ist, mehr Mädchen als bislang für die gewerblich-technische Ausbildung zu begeistern.

„Junge Frauen bereichern durch ihren anderen Blickwinkel und andere Herangehensweisen die Ausbildung in besonderem Maße“, sagt er. „Und unser Bedarf an guten Azubis steigt stetig, allein in Hamburg bilden wir jedes Jahr rund 30 junge Menschen im gewerblich-technischen Bereich aus.“

Das Konzept knüpft an den erfolgreichen Girls’ Day an

Die Agentur für Arbeit Hamburg unterstützt die Girls’ Day Akademie im Rahmen der vertieften Berufsorientierung. „Ziel ist es, Mädchen möglichst nah an technisch-handwerkliche Arbeitsinhalte heranzuführen“, erklärt Grit Behrens, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Hamburg. „Also ganz praktisch im Betrieb Technik und damit technische Berufe erlebbar und fühlbar zu machen, um letztlich mehr junge Frauen für eine Berufsausbildung oder ein Studium in diesem Bereich zu gewinnen.“

Die Akademie wurde aus dem Girls’ Day heraus entwickelt, an dem jedes Jahr Tausende Schülerinnen in ganz Deutschland wertvolle Einblicke in technisch-naturwissenschaftliche Berufe in Unternehmen erhalten.

Da aber ein Tag allein für eine intensive Auseinandersetzung mit den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) nicht reicht, wurde das Konzept mit der Girls’ Day Akademie verstetigt. Schirmherrin ist Melanie Leonhard, Hamburger Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration.


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