Hier ist man einfallsreich

Die Gießerei Röders gilt als „Problemlöser“ – dank qualifizierter Mitarbeiter

Soltau. Wenn man bei der Firma Röders nach der Firmenphilosophie fragt, hört man einen einfachen Satz: „Maschinen kann man kaufen, Technologie nicht.“ Die müsse man sich immer wieder hart erarbeiten – mit qualifizierten Mitarbeitern.

„Vor allem beim Druckguss macht Know-how den Unterschied“, sagt Gerd Röders, der das 1814 als Zinngießerei gegründete Unternehmen in mittlerweile sechster Generation leitet, gemeinsam mit seinem Cousin Andreas.

Eigener Werkzeugbau und „Gussberatung“

Der in Soltau in der Lüneburger Heide ansässige Betrieb (170 Mitarbeiter) produziert Druckgussteile aus Aluminium und Zink sowie Spritzgussteile aus technischen Kunststoffen – auch als Kombinationen. Für die Bereiche Luftfahrt, Medizin und Messtechnik und auch für Premiumfahrzeuge der Auto-Industrie.

„Wir werden seit Jahrzehnten im Markt wahrgenommen als der Gießer für das Besondere“, sagt Gerd Röders. Allein 40 Mitarbeiter arbeiten im Werkzeugbau und 6 weitere in der „Gussberatung“. Damit sei man „beweglich genug, um stets auf Sonderwünsche eingehen zu können, und innovativ genug, um Hilfestellung bei Problemlösungen zu bieten“.

Das hat Tradition. In der Nachkriegszeit produzierte man hier monatlich bis zu 70.000 filigrane Kamera-Gehäuse für Leica, Rollei und Voigtländer. 1975 erhielt Röders als erstes deutsches Unternehmen die Zulassung als Druckguss-Lieferant für den zivilen Flugzeugbau; heute fertigt man etwa für den Airbus A380.

Für die Auto-Industrie, die man nach dem Niedergang der deutschen Kamera-Hersteller als Kunden gewann, produziert Röders auch große Serien, in einem Tochterunternehmen mit 130 Beschäftigten in Tschechien. In Soltau konzentriert man sich auf Produkte mit geringen Stückzahlen und hohen Anforderungen an die Oberfläche oder Beschaffenheit.

Vielfältige Kooperation mit Universitäten

„Unsere Strategie ist es“, so der Firmenlenker, „in der Technik weit vorne zu sein – nicht im Preis.“ Man sei immer schon teurer als andere gewesen, „dafür wollen wir auch besser sein“.

Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr: Von jeher legt man in Soltau großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung. Röders pflegt eine enge Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten und ist mit verschiedenen Projekten auch in die Forschungslandschaft fest eingebunden.

Eine Sache liegt Gerd Röders besonders am Herzen: Den „Druckgießer“ gibt es bis heute nicht als Ausbildungsberuf. Damit die angelernten Kräfte zuverlässig hochkomplexe Sicherheitsteile fertigen können, müssen die Leute intensiv geschult werden. Ein formaler Ausbildungsgang wäre für das Unternehmen hilfreich.


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