Nachwuchs

Die Genies von morgen


„Jugend forscht“-Teilnehmer sammeln wichtige Erfahrungen für den Beruf

Ludwigshafen. Es zischt laut und knistert. Ein Blitz leuchtet auf. Jan Kratz und Julian Otto blicken zufrieden auf ihre Erfindung. Die zwei 16-jährigen Schüler aus Lahnstein haben eine Teslaspule gebaut, mit der sie Hochspannung erzeugen.

Ungewöhnlich? Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ ist das ganz normal. Denn hier zeigen junge Forscher, was sie können. Wie kreativ sie sind, haben sie in Ludwigshafen beim Landesentscheid des Nachwuchswettbewerbs bewiesen.

Sind Fingerabdrücke vererbbar? Wie gut sind biologische Folien? Und warum löscht ein „Killer“ nicht die rote Lehrertinte? 58 junge Leute präsentierten 40 Projekte in den Räumen des Chemie-Unternehmens BASF. In sieben Kategorien – darunter Chemie, Physik, Technik und Mathe – gab es Gewinner. Sie fahren Ende Mai zum Bundesfinale nach Erfurt.

Erfahren, was Forschen bedeutet

Den ersten Preis im Fach Chemie sahnte Florian Müller vom St. Matthias-Gymnasium in Gerolstein ab. Der 19-Jährige untersuchte die Spuren von Schmerzmittel-Wirkstoffen im Abwassersystem und in dem Fluss Kyll. 18 Monate forschte der Abiturient.

Die Gemeinde Gerolstein will seinen Ansatz nun weiterführen. Bereits zum dritten Mal ist Müller bei „Jugend forscht“ angetreten. Naturwissenschaften begeistern ihn: „Sie machen Phänomene nachvollziehbar und unser modernes Leben überhaupt erst möglich.“

Er möchte Physik und Chemie studieren und später in der Forschung arbeiten. Dank „Jugend forscht“ hat er viele Erfahrungen gesammelt und weiß, was ihn erwartet.

Beste Voraussetzungen für eine Forscherlaufbahn. Das bestätigt Martina Egen, Chemikerin bei der BASF und Landespatenbeauftragte von „Jugend forscht“: „Für die jungen Menschen ist die Teilnahme an einem Wettbewerb oft die erste Gelegenheit zu erfahren, was wissenschaftliches Forschen wirklich bedeutet.“

Bevor sie Ergebnisse präsentieren können, müssen die Schüler Ausdauer, Geduld und Kreativität zeigen. „Genau wie richtige Forscher“, sagt Egen. Im Lebenslauf macht sich eine Teilnahme immer gut. „Es ist von Vorteil, wenn Bewerber nicht nur Interesse an Wissenschaft und Forschung zeigen, sondern auch erste Erfolge vorweisen können.“

Mit elf Jahren das erste Mal dabei

Auch Lina Krenz (17) aus Mainz träumt von einer Karriere in der Forschung. Gemeinsam mit Jan Burmeister (17) kam sie auf Platz zwei im Fach Chemie. Die Gymnasiasten widerlegten, dass sich das historische Sturmglas, ein mit Kampfersalz-Lösung befülltes Messinstrument, zur Wettervorhersage eignet.

„Es bildet lediglich die Temperaturen der letzten Stunden ab“, erklärt Krenz. Fast ein Jahr lang experimentierten die Schüler, auch in ihrer Freizeit: „Es macht Spaß, praktisch zu arbeiten und sich einfach mal auszuprobieren“, sagen sie. „Im Schulunterricht bleibt dafür ja leider kaum Zeit.“

Sarah Thomalla (17) sieht das genauso. „Erkenntnisse gewinnen und damit Menschen helfen“, das steht für die Schülerin im Vordergrund. Sie entwickelte einen zusätzlichen Schutz für Sicherheitsschuhe. Er hält bis zu zehn Tonnen Belastung stand.

Bei „Jugend forscht“ war Thomalla nun zum sechsten Mal dabei. Bei der ersten Teilnahme war sie erst elf Jahre alt. Ihr Ziel hat sie vor Augen: Sie möchte Mechatronikerin werden. Ihr Engagement bei „Jugend forscht“ wird ihr dabei helfen. „Ein toller Nebeneffekt“, sagt sie.

 

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