Entwicklung

Die Formel Sicherheit


Schuberth schützt die Köpfe von Schumi und Co.

Magdeburg. Michael Schumacher in Sieger-Pose: Die Arme hochgestreckt, den Helm wie eine Trophäe in der rechten Hand. So wie einst im roten Ferrari-Outfit möchten seine Fans ihn auch in dieser Formel-1-Saison möglichst oft jubeln sehen. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – er diesmal in Mercedes-Silber an den Start geht.

Sein Ziel: der Weltmeisterschaftstitel. Ständig arbeitet der „alte Mann“ mit seinem Team daran, den Wagen technisch zu verbessern. Auch an der Weiterentwicklung seines Kopf-Schutzes beteiligt sich der 41-Jährige – gemeinsam mit den Entwicklern seiner langjährigen Helm-Firma, dem Hersteller Schuberth aus Magdeburg.

Sicherheit sogar bei Feuer

Geschäftsführer Marcel Lejeune erklärt, was Schumis Hightech-Haube draufhat: „Das Visier ist schusssicher, der Helm mit Nackenstütze ist aerodynamisch und mit etwa anderthalb Kilo Gewicht recht leicht.“ Auch Tragekomfort sei sehr wichtig.

Sogar vor Verbrennungen ist der Rennfahrer darin geschützt. Denn der Helm aus 16 Lagen Karbonfasern brennt nicht, sein Lack ist selbstverlöschend. Im Inneren wird es höchstens unangenehm warm, aber nicht lebensbedrohlich.

Sechs Fahrer im Formel-1-Zirkus vertrauen auf diesen Schutz. Zu Recht, wie der Unfall Felipe Massas letztes Jahr beim Grand Prix in Ungarn zeigte. Eine Feder knallte dem Ferrari-Piloten mit einem Aufprall-Gewicht von über zwei Tonnen an den Helm – der standhielt und dem Brasilianer das Leben rettete.

„In den Formel-1-Helm fließen Erfahrungen aus unseren vier Geschäftsbereichen ein“, sagt Geschäftsführer Lejeune. Die Firma mit rund 360 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz 2009 von 45 Millionen Euro entwickelt und fertigt Helme für Arbeitsschutz, Sport, Feuerwehr sowie Polizei und Militär. Jedes Einsatzgebiet verlangt spezifische Eigenschaften: etwa Feuer- oder Schusssicherheit, Schutz vor Säuren oder Aufprall. Alle diese Eigenschaften sind im Formel-1-Helm vereint.

Handarbeit aus Deutschland

Rund eine Million Helme stellt Schuberth im Jahr her. Pressen der Rohlinge, Schleifen, Lackieren oder die Montage des Innenlebens – das geschieht in Handarbeit. Und die hat ihren Preis.

Doch Lejeune denkt nicht daran, mit der Firma in Billiglohn-Länder zu gehen: „Wir liefern weltweit und unser bestes Verkaufsargument ist Sicherheit, Technik und Qualität „Made in Germany“. Diese „Pole Position“ will freilich immer neu erkämpft sein. Daran arbeitet das 20-köpfige Entwicklungsteam – mit Instituten und Hochschulen aus der Region.

So entstanden Helme für Waldarbeiter mit LED-Beleuchtung, die – mit einer starken Lichtquelle 45 Sekunden angestrahlt – den Träger im Dunklen acht Stunden lang gut sichtbar machen. Oder ein Motorradhelm mit Kommunikationssystem. „Wir werden nie die Firma mit den billigsten Helmen sein“, sagt Lejeune, „aber immer die mit den besten.“ Ein Ehrgeiz, der zu Schumi passt.

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