Pflanzenmedizin

Die Firma Bombastus aus Sachsen setzt bei Tees und Arzneien auf die Kraft der Natur


Freital. So eine Tasse heißer Tee ist schon eine Wohltat. Etwa wenn man einen Marsch durch mieses Herbstwetter hinter sich hat. Oder sich mit einer Erkältung plagt. Ob Kräutertee, grüner oder schwarzer Tee: Er weckt die Lebensgeister und ist dazu gesund.

Hergestellt werden solche Tees zum Beispiel beim Unternehmen Bombastus in Freital im Süden Dresdens (170 Mitarbeiter). Es produziert rund 70 verschiedene Sorten mit gesundheitsfördernder Wirkung sowie homöopathische und pflanzliche Arzneien. Insgesamt setzt es damit 12 Millionen Euro im Jahr um.

Zu den Stärken zählt der Gesundheitstrank. „Bei losem Tee für Apotheken sind wir deutscher Marktführer“, beschreibt Ulrich Brodkorb, Vorstand von Bombastus, die Stellung der Firma. Das breite Sortiment reicht von Abführ- über Husten- und Bronchialtee bis hin zu Still- und Salbeitee und wird zum Teil in praktische Beutel verpackt.

Der Automat zum Portionieren von Salbei läuft heute auf vollen Touren. Ab und an schaut Mitarbeiter Andreas Voigt nach dem Rechten, während die Maschine die Beutel ausspuckt.

Auf 43 Hektar Fläche wird Salbei angebaut

Vor allem in der Erkältungszeit ist Salbeitee gefragt. Denn die seit dem Altertum bekannte Heilpflanze wirkt antibakteriell, hilft gegen Halsschmerzen und Heiserkeit, stärkt das Immun- und das Nervensystem. Fertigarzneimittel aus Salbei gehören bei Bombastus bereits seit dem Jahr 1914 zum Kernsortiment.

Während das Unternehmen andere pflanzliche Rohstoffe „von langjährigen und zertifizierten Partnern“ bezieht, baut es den Salbei selbst an. Unweit vom Werk wachsen die dreijährigen Pflanzen auf inzwischen 43 Hektar Ackerfläche. So bekommt Bombastus das Kraut in Topqualität.

Die Sachsen verwerten übrigens nicht nur die Blätter, sondern mit ihrem Spezial-Know-how auch Blüten und Wurzeln. „In diesem Jahr summiert sich unsere Ernte auf rund 16 Tonnen getrockneten Salbei“, sagt Brodkorb. Und diese Menge wird auch gebraucht. Denn durch den Trend zu Naturarzneien hat sich der Umsatz des Traditionsunternehmens in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

Deshalb platzt das Werk derzeit aus allen Nähten. Für 5 Millionen Euro baut Bombastus gerade eine neue Lagerhalle. Nächstes Jahr soll sie fertig sein, später auch Platz für neue Produktionsanlagen bieten.

Um auf dem Apotheken-Markt bestehen zu können, „muss unsere Qualität natürlich immer 100-prozentig stimmen“, berichtet Brodkorb. Zudem seien bei der Herstellung von Arzneien strenge gesetzliche Anforderungen zu beachten.

Bei alledem kommt die Forschung nicht zu kurz. „Fünf Wissenschaftler untersuchen die Wirkmechanismen von Heilkräutern“, berichtet Ulrich Brodkorb. Dabei haben die Freitaler neue Naturarzneien im Blick, an denen sie zusammen mit Universitäten arbeiten. Weil aber auch Naturheilmittel teure Zulassungsverfahren absolvieren müssen, wird es wohl noch etwas dauern, bis die neuen Produkte auf den Markt kommen.

Schon gewusst?

Foto: Fotolia
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Wie der Wirkstoff aus der Pflanze kommt

  • Viele Kräuter sind medizinisch wirksam: Sie helfen etwa gegen Bauchgrimmen, Hautprobleme oder Kopfschmerzen.
  • Frische Kräuter sind aber nicht immer zur Hand; deshalb entzieht man ihnen schonend die Wirkstoffe und macht diese haltbar.
  • Sehr gebräuchlich ist die Methode, die Bombastus bei Salbei anwendet. Dabei extrahiert man aus den frischen Pflanzen die Wirkstoffe mit Alkohol, der zudem konservierend wirkt.
  • Andere schonende Verfahren sind etwa die Wasserdampfdestillation und die Kaltpressung.

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