Globalisierung

Die Falz-Künstler aus Germany


Weltweit gefragt: Maschinen von MB Bäuerle bringen Papier in Form

St. Georgen. Schon mal was von „Origami“ gehört, der Kunst des Papierfaltens? Aus einem Blatt Papier kann man alles machen – vom Flieger bis zum Elefanten. Aber auch beim Falzen von Prospekten oder Packungsbeilagen ist Kreativität gefragt, weiß Matthias Siegel. Er ist Marketingleiter bei MB Bäuerle, einem Hersteller von Falzmaschinen aus dem Schwarzwald.

Diese Maschinen sind auch Künstler: Auf Knopfdruck bringen sie Papier in die gewünschte Form. Siegel spielt mit einem weißen Blatt und fachsimpelt: „Da gibt es zum Beispiel den Halbfalz, den Wickelfalz, den Zickzackfalz, den Altarfalz …“ 

Vertriebspartner in mehr als 70 Ländern

Wenn eine Falzmaschine vollautomatisch ar­beitet, ist das in der Branche schon etwas Be­sonderes: „Hier sind wir Pioniere“, freut sich Siegel. Die Nachfrage kommt aus der ganzen Welt,  das  Unternehmen  hat Vertriebspartner in mehr als 70 Ländern – von Angola über Neuseeland bis Singapur. Mehr als zwei Drittel der Maschinen werden exportiert.

Als kleinerer Mittelständler Geschäfte ma­chen auf dem ganzen Globus – wie schafft man das? Siegel lacht und zuckt mit den Schultern: „Man muss einfach Lösungen bieten, von denen die Kunden überzeugt sind.“ Das seien vor allem Innovationen. Schon zwei Mal hat der Maschinenbauer den Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie eingeheimst. Zu­letzt für eine Anlage, die sich besonders für Beipackzettel von Arzneimitteln eignet.

„An einem Touchscreen kann man programmieren, was wie gefalzt werden soll“, erläutert Siegel. „Dann stellt sich die Maschine selbst ein.“ Wie von Geisterhand bringen sich im Inneren unter anderem das „Ausricht-Li­neal“, die Walzen und der sogenannte „An­leger“ in die richtige Position. Und dann geht es los.

Die Kunden sind unter anderem Druckereien, Pharma-Hersteller und Buchbindereien. Weil die Auflagen von Druckprodukten niedriger werden, wechseln die Druck­aufträge häufiger.

„Da kommen Maschinen gerade recht, die sich einfacher und schneller umrüsten lassen“, so Siegel. „Mit unseren Maschinen lässt sich der Rüstaufwand um bis zu 90 Prozent reduzieren.“

Außerdem werden Druckerzeugnisse immer ausgefallener. Etwa wenn CDs in Prospekte integriert sind.  

Auch die Mitarbeiter sind auf ihre Maschinen stolz. Wie Ewald Kostbar, der gerade eine Anlage fertig montiert. Er erzählt: „Die geht nach Süd­afrika!“

Barbara Auer

Info: Mathias Bäuerle GmbH

Das Unternehmen (kurz MB Bäuerle) beschäftigt in St. Geor­gen 150 Mitarbeiter. Gegründet im Jahr 1863, fertigte der Be­trieb zunächst Uhren. Bereits vor mehr als 50 Jahren hat er sich auf Maschinen zum Falzen und Kuvertieren von Druckerzeugnissen spezialisiert, wie Briefe, Prospekte und Packungsbeilagen.

www.mb-bauerle.de

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