Nobel-Taschenmarke

Die Erfolgsstory des Unternehmens Bree begann mit 5.000 Euro Startkapital


Isernhagen. Konzentriert führt Krystyna Jaron das Stück Leder durch die Nähmaschine. Es wird der Prototyp einer neuen Tasche der Premium-Marke Bree. „Wir merken schnell, ob sich die Vorstellungen praktisch umsetzen lassen oder ob es irgendwo hakt“, sagt die gelernte Damen- und Herren-Maßschneiderin.

Hier, in der Musterwerkstatt am Bree-Firmensitz in Isernhagen im Norden Hannovers, wird jede Tasche, jeder Koffer, jede Geldbörse und nahezu jedes Accessoire nach den Vorgaben der Designer zusammengenäht. „Wir sind unserer Zeit immer voraus, planen jetzt schon für den Herbst und Winter nächsten Jahres“, sagt Inhaber Axel Bree. Der 45-Jährige führt das Modeunternehmen in zweiter Generation. „25 Prozent der Bundesbürger ab 15 Jahre kennen unsere Marke“, berichtet er. „Das ist für die Branche ein sehr hoher Wert.“

Mit nur umgerechnet 5.000 Euro Kapital starteten seine Eltern Wolf Peter und Renate Bree im Jahr 1970 in die Selbstständigkeit. Sie wollten ihre eigene Marke aufbauen – mit unverwechselbarem Design, hochwertigen Materialien und bester Verarbeitung. Schneller als gedacht stellte sich der Erfolg ein: 1972 gewannen Bree-Taschen erste Designpreise. Und nur vier Jahre später wagte das Unternehmen den Sprung ins Ausland.

„Den Anfang machte die Schweiz, es folgten Österreich und die Niederlande“, berichtet Marketingchef Lars Maschmeyer. Bis 1993 fasste Bree in Hongkong, Japan, USA, Kanada und Luxemburg Fuß. Heute ist das Unternehmen an 700 Verkaufsstellen in aller Welt präsent – darunter große Kaufhäuser, ausgewählte Fachhändler und in Deutschland auch 37 eigene oder von Franchise-Partnern geführte Bree-Shops.

Experimentierfreudig: Inzwischen verarbeitet man sogar Lkw-Planen

Immer wichtiger ist der Onlinehandel. Er wurde zunächst über externe Dienstleister betrieben, dann aber als ein zentraler Bestandteil der Zukunftsstrategie begriffen: Seit Februar 2013 managt das Unternehmen diesen Bereich selbst.

Gefertigt wird in Manufakturen und Fabriken rund um die Welt. „Fast drei Viertel unserer Produkte kommen sogar von außerhalb Europas“, sagt Marketingleiter Masch­meyer. Und er betont: „Wir achten bei allen Produkten auf höchste Qualitätsstandards.“

In Isernhagen beschäftigt Bree rund 70 Mitarbeiter – in den Bereichen Produktentwicklung, Design, Einkauf und Vertrieb, Mustermacherei, Logistik, Buchhaltung und Geschäftsführung.

Insgesamt sind rund 1.000 Menschen mit den Produkten von Bree beschäftigt – in der Zentrale, in den Bree-Shops und in den mit der Herstellung beauftragten Betrieben. Allein an Taschen werden jährlich rund 500.000 Stück gefertigt. Und der Top-Seller wurde seit der Firmengründung 1970 eine Million Mal verkauft: eine Damentasche mit dem bezeichnenden Namen „Lady Top“.

Denn Bree nimmt für sich in Anspruch, Taschen und Reisegepäck im Premium-Segment herzustellen. „Unser typischer Kunde ist erwachsen, im Job erfolgreich und gönnt sich ein Produkt aus unserem Hause“, charakterisiert Axel Bree die Zielgruppe. „Und im Zweifel ist er weiblich.“

Das bedeute nicht, so betont der Firmenchef, dass man sich auf eine bestimmte Klientel beschränke. Ganz bewusst erschließe man sich immer neue Kundenkreise: nicht nur mit immer wieder überraschenden Kollektionen, sondern auch mit demonstrativer Experimentierfreude. So werden neben Leder auch Filz, Gummi und sogar Lkw-Planen verarbeitet.

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