Mittelstand

Die „Dickmacher“ von Bitterfeld


Konzentriert: Anlagenfahrerin Kerstin Lingk nimmt eine Produktprobe fürs Labor. Foto: Schimunek

Dow Wolff produziert Methylcellulose für den Bau

Bitterfeld. Verblüffend fix ist die zehn Zentner schwere Zellulose-Rolle in der Halterung. Schon wird die Bahn langsam in einen Schlitz gezogen. Dahinter befindet sich ein Mahlwerk, das sie in winzige Schnipsel zerhackt.

„Nun beginnt die Chemie“, erläutert Lutz Driesen, Werkleiter der Dow Wolff Cellulosics in Bitterfeld. „In einem komplexen Verfahren, unter hohen Temperaturen und Drücken, verarbeiten wir den nachwachsenden Rohstoff Zellulose zu Methylcellulose.“

Das feine, weiße Pulver wird in der Bau-Industrie als Verdickungs- und Bindemittel eingesetzt. Etwa in Trockenmörtel, Spritzputz oder Fliesenklebern. Bevor die Methylcellulose zum Kunden geht, wird sie am Hauptsitz von Dow Wolff Cellulosics in Walsrode (Niedersachsen) je nach Einsatz mit diversen Additiven versehen.

Nachfrage steigt spürbar

Mit insgesamt drei Anlagen produzieren die rund 100 Mitarbeiter in Bitterfeld, darunter zwölf Auszubildende, mehrere 10.000 Tonnen im Jahr.

1994 ging die erste Anlage in Betrieb, 2009 die letzte und zugleich „größte, modernste und wettbewerbsfähigste der Welt“, so Driesen.

Rund 60 Millionen Euro wurden investiert. Die angestrebte Vollauslastung der Anlagen ist dank gestiegener Nachfrage das aktuelle Ziel. Für die Mitarbeiter bedeutet das, in kürzester Zeit mit der Anlage von null auf hundert zu gehen. „Wir sind schneller als gedacht“, so Driesen.

Bis nach Südamerika wird das weiße Pulver exportiert. Die Wettbewerbsfähigkeit von Dow Wolff Cellulosics gibt hier den Ausschlag. Zur Effizienz trägt neben der modernen Produktionstechnik auch der Bayer-Industriepark bei. „Wir nutzen das verfügbare Dienstleistungsangebot von Bayer und anderen lokalen Dienstleistern, was uns auf der Kostenseite stark entlastet“, berichtet Driesen.

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