Nachwuchs

Die Chemie ist der Hit


Mit Hip-Hop und „Life Work Planning“: Der Arbeitgeberverband ChemieNord spricht Jugendliche an

Bremerhaven/Hannover. Ausbildung in der Chemie-Industrie: Ist das nicht uncool? Gegen solche Zweifel unter Jugendlichen rappen zwei Musiker aus Bremerhaven an. Die Botschaft von „Raze & Chino“ geht ins Ohr: „Die Chemie ermöglicht dir viel, bewirb dich jetzt, denn der Weg ist das Ziel!“

Der Song wurde auf YouTube (www.youtube.com/ChemieNord) fast 3.000-mal angeklickt. „Unser Ziel ist es, den Song zu einem Hit zu machen“, sagt Alexander Warstat, Sprecher des Arbeitgeberverbandes ChemieNord.

Der Hintergrund des peppigen Musikvideos ist ernst. Die Chemie-Unternehmen im Norden spüren die Auswirkungen des demografischen Wandels. Trotz interessanter Aufgaben und guter Vergütung – Azubis im ersten Lehrjahr bekommen 753 bis 761 Euro – können die ersten Betriebe freie Ausbildungsplätze teilweise nicht besetzen. „Deshalb sprechen wir Jugendliche dort an, wo sie sich aufhalten“, erklärt Warstat. Zum Beispiel im Internet.

Mitarbeiter rappten vor der Kamera

Mitarbeiterinnen aus der Bildungsabteilung waren auf „Raze & Chino“ aufmerksam geworden. Raze – bürgerlicher Name Florian Meyer – erzählt: „Wir haben 2010 auf einer Ausbildungsplatzbörse in Bremerhaven gesungen. Da hat man uns angesprochen.“

Cem Iren – Künstlername Chino – ergänzt: „Wir sollten einen Song für Jugendliche machen, um sie für die Chemie zu begeistern.“

Raze besorgte die Musik und schrieb mit Chino den Text. Mit dem Bremer Videoproduzenten Thorsten Pohl drehten sie anschließend in einer coolen Location.

Die Emery Oleochemicals in Loxstedt öffnete ihre Türen und unterstützte die Produktion. So rappen die Jungs zum Teil mit den Emery-Mitarbeitern zur eingängigen Musik: „Voll gut, weil es der richtige Weg ist und es für eine Ausbildung niemals zu spät ist.“ Chino hat’s verinnerlicht. „Ich würde gern eine Ausbildung zum Chemikanten machen“, sagt er.

Berufsorientierung ganz anders

Für eine Lehre, so weiß er, ist es auch bei ihm noch nicht zu spät. Die Frage, vor der Chino mit seinen mittlerweile 23 Jahren steht, stellt sich den meisten Jugendlichen viel früher. Spätestens ein Jahr vor Schulabschluss sollten sie wissen, welchen Beruf sie später ausüben wollen.

Um ihnen bei der Berufswahl zu helfen, unterstützt der Arbeitgeberverband ChemieNord beispielsweise das Projekt „Life Work Planning“ an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Hannover-Linden. In diesem Projekt sollen die Jugendlichen lernen, ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten zu erkennen.

„Wir helfen als Verband bei der wichtigen gesellschafts­politischen Aufgabe, dass junge Menschen Perspektiven für ihre persönliche Zukunft erhalten“, erklärt Nadine Priebe vom Arbeitgeberverband das Projekt.

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