Maschinenbau

„Die Chancen der Globalisierung nutzen“


Automatisierungsspezialist Rohwedder will Weltmarktführer werden

Bermatingen. Wie macht man aus einem lokalen mittelständischen  Maschinenbaubetrieb einen internationalen Konzern? Am besten mit der Einstellung von Firmenchef Joachim Rohwedder: „Wenn wir die Chancen der Globalisierung nicht nutzen, macht es ein anderer“, sagt er. „Und dann verlieren wir Aufträge und Arbeitsplätze.“

Also hat sich sein Unternehmen, die Rohwedder AG, gezielt international aufgestellt. Der Betrieb aus dem badischen  Bermatingen ist zum weltweiten Spezialisten für Automatisierungstechnik herangewachsen. Im letzten Jahr hat sich die Zahl der Mitarbeiter von 500 auf 1.000 verdoppelt.

Joachim Rohwedder hat früh erkannt, dass der Automatisierungstechnik die Zukunft gehört. Deshalb hat er den elterlichen Betrieb umgebaut und im Jahr 2000 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Durch Zukäufe gewachsen

 Seitdem kaufte die AG regelmäßig Unternehmen dazu. Im vergangenen Jahr zum Beispiel die Lörracher Firma Mimot und das finnische Unternehmen JOT Automation. Allein auf JOT Automation entfallen 400 Mitarbeiter. Mimot stellt Automaten für die SMD-Bestückung her. JOT fertigt Test- und Automatisierungstechnik für die Elektronikproduktion.

Heute ist der Konzern Rohwedder in 14 Ländern vertreten! „Das wird uns künftig mehr internationale und standortübergreifende Aufträge bringen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Neue Werke will er vorerst nicht mehr dazukaufen – sondern mit den bestehenden Produktionsstätten weiter wachsen. Der Unternehmens-Chef drückt das so aus: „Das Haus ist gebaut. Jetzt müssen wir uns um die Inneneinrichtung kümmern.“ Sprich, das Zusammenspiel der Werke soll verbessert werden.

Aktivitäten der Standorte abstimmen

Rohwedder will zum Beispiel beim Einkauf Kostenvorteile nutzen. Die Entwicklungsaktivitäten der Standorte müssen aufeinander abgestimmt, Mitarbeiter qualifiziert werden. Fünf Kulturen müssen zusammenwachsen. Gar nicht so einfach!

Der Unternehmer ist aber überzeugt, dass sein Betrieb auf dem richtigen Weg ist. Er sagt: „Ob es uns ohne die internationale Ausrichtung noch geben würde, ist zweifelhaft.“ Statt kleine Brötchen zu backen, hat Rohwedder ein großes Ziel - bis 2010 Weltmarktführer zu  werden.

Joachim Sigel

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