Wohlstand

Die Bilanz für 2009


Das Krisenjahr brachte den Firmen Verluste – den meisten Mitarbeitern aber ein ordentliches Plus

Düsseldorf/Nürnberg/München. In diesen Tagen landet es wieder auf Millionen Girokonten: „Das tarifliche Weihnachtsgeld fällt je nach Branche zwischen 1,5 und 7,3 Prozent höher aus als 2008“, berichtet Reinhard Bispinck von der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf.

Eine Betriebsräte-Umfrage habe gezeigt: Hier Abstriche zu machen, ist in neun von zehn Betrieben kein Thema.

Opel: Beschäftigte bangen weiter

Die Bilanz des Krisen-Jahres 2009 – für viele Arbeitnehmer fällt sie ganz anders aus. So opfern die 28000 Karstadt-Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren insgesamt 150 Millionen Euro, damit der insolvente Warenhaus-Konzern überleben kann. Und wie viele Jobs das Drama um Opel am Ende kosten wird, ist noch gar nicht abzusehen.

Insgesamt summiert sich 2009 der Einkommensverlust der Beschäftigten durch die massenhafte Kurzarbeit  auf rund 3 Milliarden Euro. Das hat das in Nürnberg ansässige Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus den entsprechenden Daten der Arbeits­agenturen hoch­ge­rechnet.

Doch die Erhebung zeigt auch: Obwohl die Sozialkassen die Kurzarbeit mit 6 Milliarden Euro bezuschussen, bleiben die Betriebe auf 5 Milliarden Euro Mehrkosten sitzen: in der Regel die Sozialbeiträge für die ersten sechs Monate, Urlaub und andere Extras.

„Sowohl die Betriebe als auch die Arbeitnehmer tragen bei der Kurzarbeit eine beträchtliche Last, profitieren aber auch davon“, urteilt Eugen Spitznagel, Leiter der Forschungsgruppe Arbeitsmarkt beim IAB. 5 Milliarden Euro für die Betriebe – das ist viel Geld, zumal viele tief im Minus stecken.

So erwartet der bei weitem größte Industriezweig Metall und Elektro für 2009 im Schnitt auf jeden umgesetzten 100-Euro-Schein 20 Cent Verlust, ergab eine großangelegte Firmenbefragung des Münchner Ifo-Instituts. 2008 waren es im Schnitt noch 2,60 Euro Gewinn. Die Tariflöhne in der Branche stiegen dagegen dieses Jahr um 4,2 Prozent.

2010 geht es wieder aufwärts

Die Betriebe halten, schon aus Eigeninteresse, an Fachkräften fest – so weit es geht. Nach dem aktuellen Trend sieht es so aus, als ob die Metall- und Elektro-Industrie am Jahresende 3,38 Millionen Mitarbeiter haben wird – das wären etwa 280.000 weniger als zum Höhepunkt des Beschäftigungsbooms im Sep­tember 2008.

Zum Vergleich: Der bislang größte Produktionseinbruch 1993/94, der viel glimpflicher war, kostete die Branche 600.000 Stellen.

Und wie geht es weiter? Für 2010 erwarten die Experten in Banken und Wirtschaftsinstituten im Durchschnitt immerhin einen Anstieg der Industrieproduktion um 4 Prozent – nach minus 16 Prozent im Krisenjahr 2009.

 

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