Tesseraux liefert spezielle Verpackungen – etwa für Rührei oder Klebstoff

Die Beutel-Experten


Bürstadt. Mal eben für 50 Leute Rührei machen? Ganz einfach: mit Flüssig-Ei im Zehn-Liter-Beutel! Den legt man in heißes Wasser – und muss die fertige Mahlzeit dann nur noch portionieren. „Von solch ausgefallenen Ideen leben wir“, sagt Mirko Opitz, Betriebsleiter bei Tesseraux im hessischen Bürstadt.

Diese Firma liefert zum Beispiel die Rührei-Beutel – eine Variante der hier schon seit fast 20 Jahren produzierten schlauen Verpackung „Bag in Box“. Und sie liefert auch viele andere, oft ganz spezielle Verpackungen: So behauptet sich der 35-Mann-Betrieb im Wettbewerb mit größeren Unternehmen. „Wir produzieren auch Kleinserien, deren Herstellung sich für Konzerne zum Teil nicht lohnt.“

Die Wege sind kurz, Entscheidungen schnell gefällt. Beispiel: Ein Kunde formuliert im Besprechungsraum, was ihm so vorschwebt – nur eine Stunde später hat er ein erstes Modell vor sich auf dem Tisch. „Das geht nur“, sagt Opitz, „weil wir sehr erfahrene Mitarbeiter haben.“

Immer wieder entstehen Verpackungen, die es so noch nie gegeben hat, aus Folie und Pappe, mit verschweißten Nähten. „Die Innovation steckt meist im Detail“, sagt Opitz, und zeigt einen Saftbeutel mit Tragegriff – der oben in die Folie gestanzt wird. Ein anderer Beutel ist dreieckig, wofür ist der wohl? „Für heiß abgefüllten Käse, für die weitere Verarbeitung schneidet man einfach eine Ecke ab.“

Verschweißte Nähte halten dicht

Vor allem das Schweißen der Nähte erfordert viel Know-how: Die Schweißzeiten müssen ganz genau stimmen, die Temperatur muss exakt eingestellt sein. Ob alles dicht ist, wird in einem Prüflabor
penibel kontrolliert.

Tesseraux macht einen Umsatz von rund 5 Millionen Euro im Jahr und gehört zur SVD-Gruppe mit Sitz im nordrhein-westfälischen Ahaus. Die Beutel aus Bürstadt sind nicht nur für Lebensmittel, auch Chemie- und Pharmafirmen sowie medizinische Institute sind wichtige Kunden.

So liefert Tesseraux 200 Liter fassende Behälter für Spezialklebstoffe, die dann in der Auto-Indus-trie verwendet werden. Oder auch ganz kleine Atemluft-Beutel: In die pusten Patienten durch ein Röhrchen hinein, damit Labors dann den Inhalt auf Bakterien untersuchen können.

Für „Bag in Box“ haben die Beutel-Profis vor kurzem zwei neue Maschinen aufgestellt. Denn der potenzielle Markt dafür ist noch riesig, wie Opitz meint. „Wein aus dieser Verpackung schmeckt noch nach sechs Wochen wie das erste Glas“, sagt er.

Foto: Scheffler

Schon Gewusst?

So bleiben Getränke viel länger frisch

• Die „Bag in Box“ besteht aus einem Innenbeutel, einer Umverpackung aus Karton und einem Zapfhahn.

• Beim Ausschank kommt keine Luft an den Inhalt – dadurch hält der viel länger. Praktisch, wenn etwa nach einem Grillfest Reste bleiben.

• Die schlaue Verpackung wird vor allem für Wein, Saft und Speiseöl genutzt – und ist in Frankreichs Supermärkten Standard.

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