Hauchzart, aber knallhart

Die BASF Coatings in Würzburg macht Autolacke raffinierter

Hält was aus: Die Autohaut besteht aus mehreren hauchdünnen Schichten. Foto: Werk

Würzburg. Dünner geht’s nicht: Was eine Auto-Karosserie vor dem Verrosten schützt und sie wunderbar glänzen lässt, gleicht nur einem „Hauch“: „Eine Lackschicht ist viel dünner als ein menschliches Haar“, sagt Andreas Poppe, der bei BASF Coatings in Würzburg das Kompetenzcenter Basislacke Europa leitet.

Die Autohaut soll viele Jahre gut aussehen und den Wagen vor Sonne, Regen, Hagel, Schmutz, Streusalz oder Vogelkot schützen. Insgesamt besteht die Beschichtung aus vier ultradünnen Lagen: Erst die Grundierung, dann ein Füller, dann der Basislack: „Er bestimmt mit seinen Farbpigmenten und Effektstoffen das Aussehen des Fahrzeugs“, so der Experte. Den Abschluss bildet eine Schicht Klarlack.

Rund um den Globus forschen Wissenschaftler an immer besseren Lacksystemen. Am Standort Würzburg entwickeln und produzieren rund 320 Mitarbeiter auf etwa 20.000 Quadratmetern vor allem sogenannte Wasserbasislacke für die Serienlackierung von Fahrzeugen.

Das Besondere daran: Normalerweise enthalten Basislacke organische Lösungsmittel wie Alkohole und Aldehyde – diese gelten jedoch als problematisch für die Umwelt, gerade im Hinblick auf die Klimaerwärmung. „Beim Wasserbasislack wird der Hauptanteil der organischen Lösungsmittel durch Wasser ersetzt“, erklärt Poppe.

Entwickelt wurde die kniffelige Technologie Mitte der 80er-Jahre in den Würzburger Laboren des Chemiekonzerns. Wegen ökologischer Gesichtspunkte setzen sich die wasserbasierenden Technologien weltweit immer mehr durch: In den letzten 25 Jahren ließen sich durch den Einsatz der neuen Rezeptur allein in Deutschland über 150.000 Tonnen Lösungsmittel einsparen, Tendenz steigend. „Fast alle namhaften Autohersteller verwenden mittlerweile unsere ökoeffiziente Technologie“, so Poppe.


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