Fitte Fugenbänder

Dichthalten ist die Devise


Dämmspezialist Hanno ist in der Nische erfolgreich

Laatzen. Bei Wind und Wetter draußen arbeiten – das wollte Michael Meltzer nicht mehr. Der ehemalige Bauhelfer fühlt sich wohler in der neuen Fertigungshalle der Hanno GmbH in Laatzen. „Den Einstieg habe ich über die Zeitarbeit geschafft“, sagt er. Der 29-Jährige ist keine Ausnahme. Unter den knapp 20 neuen Beschäftigten sind einige auf diesem Weg in den Betrieb gekommen.

Ausdehnung um das Siebenfache

Die Firma Hanno ist als Spezialist für Dämmungen gut im Geschäft. Die Produkte aus Niedersachsen schützen vor Kälte, Hitze, Lärm und sorgen für eine bessere Raumakustik. Welche Leistungsfähigkeit in den unscheinbar wirkenden Fugenbändern steckt, demonstriert Geschäftsführer Hans J. Hoffmann anschaulich: Sobald er die Aufkleberfolie abzieht, beginnt das Fugenband langsam aufzuquillen, um die Fuge abzuschließen. Insgesamt könnte sich das Band um das Siebenfache ausdehnen.

Die Fugenbänder sind wertvolle Helfer für die Handwerker am Bau. So werden Fenster- und Türanschlüsse luft- und regendicht – alles mit einem Schaumstoffband. Hoffmann: „Fugenbänder werden am Bau immer bedeutender. Gute Fensterrahmen und Scheiben helfen wenig, wenn der Umlauf undicht ist. Und der Gesetzgeber hat in seinen Energieeinsparverordnungen strenge Auflagen erlassen.“

Isolierung für die Straßenbahn

Die ehemalige Filzfabrik, die schon 1895 in Hannover gegründet wurde, hat sich zu einem hochmodernen Werk entwickelt. Auf der grünen Wiese zwischen Hildesheim und Hannover fertigt Hanno inzwischen mit 130 Mitarbeitern solche Dichtbänder, Dichtstoffe und Dämmplatten.

Nicht nur für den Bau, auch im Automobil- und Maschinenbau sind die Laazener Produkte im Einsatz. Oder als Isolierungen bei Straßenbahnen zum Beispiel. Die Stadtwerke Bonn haben kürzlich bei der Modernisierung ihrer Stadtbahnen mit Material von Hanno gedämmt. Firmenchef Hoffmann spricht von einem Nischenmarkt, in dem sich sein Unternehmen sehr erfolgreich behaupte.

In Europa gebe es nur eine gute Handvoll namhafter Hersteller solcher imprägnierter Fugendichtbänder, wesentliche Produzenten konzentrierten sich auf Deutschland. Hanno sieht sich bei den Fugenbändern für den Baubereich unter den Top Drei. Standorte in Moskau, den USA, Österreich und der Schweiz versprechen für die Zukunft gutes Wachstum.

„Wir haben nicht täglich revolutionierende Erfindungen. Wir wachsen in kleinen Schritten und entwickeln uns ständig ein Stück weiter“, sagt Hoffmann. Und dafür benötigt Hanno gut qualifizierte Mitarbeiter. „Sie sind oftmals seit vielen Jahren bei uns und sorgen für die hohe Qualität und den guten Service. “

Auch Michael Meltzer, der inzwischen zur Stammbelegschaft gehört, kann sich vorstellen, bei Hanno alt zu werden: „Ich habe keinen Grund zu klagen. Es macht Spaß, der Kontakt zu den Kollegen ist gut, und die Arbeitsbedingungen sind bestens.“

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