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Dicht und warm


Cabrio-Dächer von Webasto-Edscha trotzen dem Winter

Hengersberg. Nasskaltes Wetter im Herbst, und der Winter steht vor der Tür: Da ist die Cabrio-Saison wohl vorbei. „Stimmt nicht“, widerspricht Axel Schulmeyer, der Geschäftsführer des Dachherstellers Webasto-Edscha in Hengersberg bei Passau. „Das sind Fahrzeuge fürs ganze Jahr.“

Freilich rät auch Schulmeyer davon ab, im Regen oder bei knackiger Kälte offen zu fahren. Aber geschlossen biete ein Cabrio längst den Komfort einer Limousine: genauso dicht und ohne besondere Windgeräusche.

Die Nummer eins in der Welt

Das bleibe sogar bei einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 300 Stundenkilometern so – im Lamborghini Gallardo Spyder. Und unter einem Stoffverdeck mit vier oder fünf Lagen sei es mindestens genauso warm wie in einem normalen Pkw.

„Davon müssen die Autohersteller und wir aber noch mehr Fahrer überzeugen“, sagt Schulmeyer. Immerhin: Der Anteil der Cabrios hat sich hierzulande in den vergangenen 20 Jahren auf 4 Prozent aller Pkws verdoppelt.

 

Mit dem Markt ist das Geschäft von Webasto-Edscha kräftig gewachsen – nicht nur in Deutschland. Das Unternehmen ist der größte Hersteller in der Welt: Rund 40 Prozent aller „Cabrio-Mützen“ stammen von ihm.

Webasto-Edscha entwickelt und fertigt sowohl die Stoffverdecke (in der Fachsprache Softtops genannt) als auch die klappbaren Festdächer (Retractable Hardtops, kurz RHT), die sich im Kofferraum versenken lassen. „Wir sind die Einzigen, die in beiden Segmenten alle verschiedenen Produkte anbieten“, berichtet Schulmeyer. Das reicht vom Faltverdeck aus Stoff bis zum fünfteiligen Retractable Hardtop mit eingebautem Glasschiebedach.

„Und wir liefern an alle Automarken in Europa, Amerika und Asien“, fügt der Geschäftsführer hinzu. „Mit Ausnahme von Porsche.“ Die schwäbische Sportwagen-Schmiede wird vom Webasto-Konkurrenten CTS versorgt, der bis vor sechs Jahren zu dem Autohersteller gehört hat.

Einen Ferrari im Fuhrpark

Ein Trumpf von Webasto-Edscha im Wettbewerb ist die große Erfahrung: Seit 25 Jahren stellt das Unternehmen Cabrio-Dächer her. Mehr als 45 Automodelle wurden seitdem ausgestattet. Aktuell auch Luxusfahrzeuge wie das Coupé des Rolls Royce Phantom, der Maserati Gran Cabrio und der Ferrari California.

Ein solcher Ferrari gehört zum Firmen-Fuhrpark von Webasto-Edscha. Wer ihn auf einer Dienstreise fahren will, braucht allerdings das Okay vom Chef.

Schulmeyer lässt sich selbst gern auf der Straße den Wind um die Nase wehen und schwärmt: „Ein Cabrio ist ein sehr emotionales Produkt – ob Ferrari oder VW Golf.“ In der kalten Jahreszeit verzichtet er nicht darauf. Allerdings fährt er jetzt mit geschlossenem Verdeck.

 

INFO WEBASTO

Webasto-Edscha deckt eines der drei Geschäftsfelder der Webasto-Gruppe in Stockdorf bei München ab. Die zwei anderen: Dach-Systeme (Schiebe- und Panorama-Dächer) und Thermo-Systeme (Heiz-, Kühl- und Lüftungsanlagen). Als gemeinsame Firma gibt es Webasto-Edscha seit 2010. Webasto übernahm das Cabrio-Geschäft der insolventen Edscha AG.

 

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