Katalysatoren

Deutsche Technik gegen Chinas Smog-Probleme

Schlechte Luft: Auch Motorräder verursachen hohe CO2-Emissionen. Foto: dpa

Peking/Hanau. Die Hochhäuser sind nur schemenhaft zu sehen, eine dicke Abgaswolke liegt über der 20-Millionen-Metropole Peking: Smog-Alarm!

Flüge werden abgesagt, Autobahnen wegen schlechter Sicht gesperrt. Die US-Botschaft gab kürzlich eine Notfall-Warnung an ihre in Peking lebenden Staatsbürger heraus: „Bleiben Sie zu Hause und halten Sie alle Türen und Fenster geschlossen!“

Verursacher sind neben Fabriken, Schwerverkehr und Autos auch zahllose Motorräder. Von denen produzieren chinesische Firmen weit über 20 Millionen mit 110 oder 125 Kubikzentimeter Hubraum für den heimischen Markt.

Entwickler von Heraeus suchen im Land nach geeigneten Rohstoffen

Seit 2010 müssen die Bikes die China-3-Abgasnorm erfüllen, die sich an den Standard in Europa anlehnt. Dafür ist das Know-how des Technologie- konzerns Heraeus im hessischen Hanau gefragt. „Chinesische Motorräder sind überwiegend Vergasermodelle mit ungeregelter Verbrennung“, erklärt Uwe Endruschat, Experte für Abgaskatalysatoren bei Heraeus. Anders als beim Einspritzmotor gibt es hier stärkere Schwankungen bei der Abgasverbrennung.

„Das ist eine Herausforderung für die Katalysatoren. Dies müssen wir im Hinblick auf Bauweise und Oberflächenbeschichtung mit Edelmetallen wie Platin oder Palladium berücksichtigen“, so der Naturwissenschaftler. Erst diese Beschichtung ermöglicht die Umwandlung der Verbrennungsschadstoffe Kohlenwasserstoff, Kohlenmonoxid und Stickoxid zu Kohlendioxid, Wasser und Stickstoff – ohne dass sich die Edelmetalle dabei verbrauchen.

Seit 2012 arbeiten sechs Heraeus-Entwickler an Katalysatortechnologien direkt vor Ort in Danyang. Sie suchen nach Materialien und Rohstoffen, die in China zur Verfügung stehen. Das Ziel: „Immer kompaktere und effizientere Katalysatoren zu bauen, die immer weniger Edelmetall enthalten“, sagt Endruschat. So wolle man dazu beitragen, die Smog-Gefahr einzudämmen.


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