Innovationen für Pkws

Der Zulieferer Marquardt digitalisiert den Autoschlüssel

Technisch ließe sich ein Auto schon heute mit dem Smartphone öffnen und verschließen, doch bei Marquardt in Rietheim-Weilheim geht man davon aus, dass es den Autoschlüssel noch Jahrzehnte geben wird – allerdings als digitales Gerät.

Design trifft  Technik: Bei Auto­schlüsseln ist die Gestaltung ­so  wichtig wie die ­Funktion. Foto: Mierendorf

Design trifft Technik: Bei Auto­schlüsseln ist die Gestaltung ­so wichtig wie die ­Funktion. Foto: Mierendorf

Statussymbol: Ein Autoschlüssel dient nicht nur als Türöffner. Foto: Mierendorf

Statussymbol: Ein Autoschlüssel dient nicht nur als Türöffner. Foto: Mierendorf

Kontrollierte Qualität: Die Platinen werden vor dem Einbau unter die Lupe genommen. Foto: Mierendorf

Kontrollierte Qualität: Die Platinen werden vor dem Einbau unter die Lupe genommen. Foto: Mierendorf

Made in Germany: Autoschlüssel werden bei Marquardt ausschließlich in den heimischen Werken hergestellt. Foto: Mierendorf

Made in Germany: Autoschlüssel werden bei Marquardt ausschließlich in den heimischen Werken hergestellt. Foto: Mierendorf

Rietheim-Weilheim. Rund 90.000 Autoschlüssel werden bei Marquardt in Rietheim-Weilheim Woche für Woche gefertigt. Technisch wäre es zwar schon längst möglich, das Auto mit dem Smartphone zu öffnen. Doch Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung bei dem schwäbischen Familienunternehmen, ist davon überzeugt: „Den Schlüssel wird es noch Jahrzehnte geben.“

Denn der Autoschlüssel ist, zumindest in der gehobenen Mittel- und der Oberklasse, inzwischen kein Schlüssel mehr, sondern eine Art elektronische Fernbedienung. Und nicht zuletzt auch ein Statussymbol, wie das Fahrzeug selbst, erklärt der Chef von weltweit rund 9.300 Mitarbeitern. Design, Form und Farbgebung seien ebenso wichtig wie die technische Funktion. Schon deshalb glaubt Marquardt nicht, dass das Smartphone in absehbarer Zeit zum Ersatz wird.

Bei dem Unternehmen wurden sogar Autoschlüssel mit Swarovski-Steinen als Sonderanfertigung für Kunden im arabischen Raum produziert. Doch angesichts der Stückzahlen ist das freilich eine Ausnahme.

Fernbedienung mit Bildschirm wird auch für Pkws bald kommen

Weiterentwickeln, so Marquardt, wird sich der Schlüssel in jedem Fall. Für Lkws gebe es bereits Exemplare mit Bildschirm. Das werde auch auf dem Markt für Pkws kommen. „Und der Schlüssel erhält zusätzliche Funktionen“, prognostiziert der Chef des Familienunternehmens. So lasse sich damit künftig etwa die Sitzheizung vorwärmen, noch bevor der Fahrer im Auto Platz nimmt.

Der Schlüssel selbst, oder wie immer das handliche Gerät künftig heißen mag, ist nur ein kleiner Teil dessen, was bei Marquardt in die Sparte Fahrberechtigungssysteme fällt. Dazu gehören auch Zündstartschlösser, elektronische Lenkungs-Verriegelungen, Steuergeräte oder Start-Stopp-Systeme. Dieser Bereich macht einen Großteil des Umsatzes aus.

Allerdings sind Produkte des Mechatronik-Spezialisten, wie Schalter und Sensoren, auch an anderen Stellen im Auto verbaut, und dazu in vielen Elektrogeräten vom Bohrhammer bis zum Kaffeeautomaten. Marquardt: „Viele Menschen kommen ständig mit unseren Produkten in Kontakt, nur sind die quasi unsichtbar.“

 

 


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