Bildung

Der Super-Pauker


Markus Ziegler ist der „Lehrer des Jahres“ für Naturwissenschaften

Spaichingen. Mit Physik, Chemie und Biologie haben viele Schüler nichts am Hut. Zu trocken, zu theoretisch, zu dröge, behaupten sie. Stimmt nicht! Zumindest dann nicht, wenn der Unterricht gut präsentiert wird. Wie von Markus Ziegler (40). Er ist Deutschlands „Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“.

Zunächst glaubte der Studiendirektor, der am Gymnasium in Spaichingen Naturwissenschaften und Technik unterrichtet, an einen Schülerscherz, als das Telefon klingelte. Lehrer des Jahres? „Von diesem Preis hatte ich noch nie gehört.“ Deshalb behielt er das Telefonat lieber noch für sich.

Bis er die Nachricht ein paar Tage später schwarz auf weiß hatte. „Eine tolle Bestätigung für meine Arbeit“, freut er sich.

„Die Ideen kommen beim Radfahren“

Etwas später kam Ziegler schließlich drauf, wie er eigentlich zu dieser Auszeichnung gekommen ist: Eine Schülerin hatte die Nominierung ins Rollen gebracht, zusammen mit ihrem Großvater, einem Professor.

Die Auszeichnung hat voll ins Schwarze getroffen. Egal ob Schulleiter Rainer Eyrich, Kollegen oder Schüler – alle schwärmen von dem „Super-Pauker“. Zum Beispiel Sabine aus der Klasse11b. „Herr Ziegler ist ein sehr engagierter Lehrer“, lobt die Schülerin. „Er kann sogar Technik-Muffel für naturwissenschaftliche Themen begeistern.“

Wie macht er das nur? „Projektarbeit statt Frontalunterricht“, nennt er selbst sein Erfolgsrezept. „Dafür haben wir jetzt optimale Voraussetzungen“, erläutert er. Er meint den neuen Fächerverbund „NwT“ (Naturwissenschaften und Technik), der seit kurzem an Baden-Württembergs Gymnasien ab Klasse acht Standard ist.

Da kann der Lehrer zum Beispiel Themen wie Schall oder Bewegung unter physikalischen und biologischen Aspekten beleuchten und projektbezogen unterrichten. Außerdem verknüpft er gerne abstrakte Theo rien mit Alltags-Praxis. Beispielsweise ermitteln seine Schüler den optimalen Reifendruck eines Mountainbikes, untersuchen den Einfluss vom Handy-Telefonieren aufs Blutbild, oder konstruieren eine Zahnputz-Uhr. Solche Ideen fallen dem Technik-Freak „meistens beim Radfahren“ ein.

28 Unternehmen als Partner

Zu Zieglers unkonventionellen Methoden gehört auch, dass er seine Schule stark nach außen geöffnet hat. So gibt es mittlerweile 28 Partnerfirmen, bei denen die Gymnasiasten Messungen machen, Produkte herstellen und Facharbeiten durchführen können. Mitmachen können sie auch beim „Kurs 21“, einer Kooperation mit dem Elektronik-Hersteller Marquardt und der Kreissparkasse.

Und bei der „Schüler-Ingenieur-Akademie“, die vom Arbeitgeberverband Südwestmetall angeboten wird. Gerne nimmt Ziegler mit seinen Schülern auch an Wettbewerben und Ausschreibungen teil, zum Beispiel „Jugend forscht“. So entstand auch die Idee für eine Windkraftanlage auf dem Schulgelände, die dem Gymnasium demnächst Strom liefern wird.

Inzwischen denkt Ziegler bereits an ein weiteres Energie-Projekt. Er sagt: „Dafür kommt das Preisgeld für meine Auszeichnung wie gerufen.“

Info: „Lehrer des Jahres“

Die Auszeichnung „Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“ wird in Form des Klaus-von-Klitzing-Preises verliehen, benannt nach dem Physik-Nobelpreisträger. Initiatoren des mit 15.000 Euro dotierten Preises sind die Universität Oldenburg und die Ems-Weser-Elbe-Stiftung.

Im Internet: www.klaus-von-klitzing-preis.de

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Schlagwörter: Personalpolitik

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