Klassiker

Der Stoff, aus dem die Knete ist


Warum manche mit der bunten Masse spielen und andere mit Waffen darauf schießen

Schorndorf. Man nehme feine Mikrowachse und Füllstoffe, gebe dann zugelassene Lebensmittel-Farben und einen Anteil Bienenwachs dazu – heraus kommt Plastilin oder Knete. So einfach diese Rezeptur klingt: Die Herstellung erfolgt nach einem ausgeklügelten Verfahren.

So entsteht genug Stoff für die Fantasie: Kinder machen Wunderdinge daraus, Künstler Modelle und Trickfilmer Serienhelden wie „Pingu“ oder „Shaun, das Schaf“. Weible-Spiele in Schorndorf bei Stuttgart stellt  die  formbare Masse seit über 100 Jahren her.

„Seit 1907 ist Knete ein wichtiges Standbein“, betont Michael Joos, Geschäftsführer von Weible-Spiele.

Techniker Carl Weible hat die Idee einst aus der Schweiz ins Remstal gebracht.

Glitzernd oder in Pastelltönen

Heute beliefert Weible Kindergärten, Schulen und Spielwarenhandel weltweit. Mit 15 Mitarbeitern produziert der Betrieb die Knetröllchen in vielen Farben, kräftig leuchtend, in Pastelltönen oder glitzernd. „Wir achten streng auf Qualität und gesetzliche Bestimmungen“, sagt Joos. Für Architekten oder Bildhauer hat man die Mixtur verfeinert. Und von Anfang an gab es auch eine Spezialmasse für technische Anwendungen, zum Beispiel einen klebrigen Kitt für Reparaturen.

Ein ganz eigenes Einsatzgebiet sind Beschuss-Prüfungen. Ein Knetgummi-Dummy zeigt, wie gut schusssichere Westen, Schutzhelme und andere Protektoren die Wucht von Geschoss und Stoß abfangen.

„Gemessen wird, wie stark sich das Plastilin beim Aufprall eindellt“, erzählt der Firmenchef. In Deutschland sei Weible der einzige Anbieter von Beschussknete: „Wir liefern bis nach Japan  und  in  die  USA.“

In den 40er-Jahren entdeckte Weible Schach als Geschäftsfeld. Schachspiele bietet die Firma zwischen 5 Euro und mehreren Tausend Euro an. Längst hat Weible weitere Gesellschaftsspiele im Programm, darunter auch Klassiker wie Backgammon oder Domino.

Doch nicht alles wird in Schorndorf produziert. Spielwürfel etwa fertige ein Unternehmen in Deutschland. Zu den weiteren Partnern zählt die Firma Pintoy aus Thailand. Die sind auf Spiele aus Holz spezialisiert. „Das kommt ausschließlich aus Wäldern, die wieder aufgeforstet werden“, so Joos.

GKW

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang