Ökostrom

Der Sonne entgegen


Maschinenbauer Bürkle steigt ins Geschäft mit dem Solar-Strom ein

Freudenstadt. Das Geschäft mit der Sonne boomt: Der „Bundesverband Solarwirtschaft“ rechnet damit, dass die weltweite Nachfrage nach der Technik pro Jahr um 20 bis 30 Prozent wächst. Schlau, wer in diesen Markt einsteigt!

Wie Maschinenbauer Bürkle aus Freudenstadt im Schwarzwald: Das Unternehmen baut seit kurzem Anlagen für die Herstellung von Solar-Modulen – also jenen bläulichen Platten, auf Dächern  oder  Fassaden montiert, die aus dem Sonnenlicht umweltfreundlichen Strom produzieren.

Bisher fertigte die Belegschaft in erster Linie Sondermaschinen für die Holz- und Elektronikindustrie. Damit werden weltweit Laminatfußböden, Leiterplatten, Kreditkarten und Küchenfronten hergestellt. Hier ist Bürkle bereits Weltmarktführer.

Die Voraussetzungen für den Einstieg in die Photovoltaik-Sparte sind für den Hersteller günstig: Solarmodule entstehen nach dem gleichen Prinzip wie Fußböden und Scheckkarten – sie werden laminiert und beschichtet. Unter Laminieren versteht man das Verbinden von Werkstoffen durch Pressen oder Kleben.

Mehrere Patente angemeldet

Bürkle-Chef Hans-Joachim Bender: „Wir sind ja bereits ein klassischer Fertigungs- und Montagebetrieb. Deshalb ging es hauptsächlich darum, in Forschung und Entwicklung zu investieren.“

Jetzt ist es soweit: „Demnächst liefern wir die ersten Maschinen aus“, berichtet Elektro-Ingenieurin Dagmar Metzger, die die neue Photovoltaik-Sparte aufgebaut hat. Konkret konzentrierte sich Entwicklungsleiter Norbert Damm auf Anlagen für „Dünnschichtmodule“, die besonders günstig herzustellen sind.

Für die Produktion und Weiterentwicklung benötigt der Betrieb langfristig mehr Platz und Leute: Gerade entsteht für 1,6 Millionen Euro ein Innovationszentrum. Ingenieure und Facharbeiter werden gesucht. Erst 2007 hat Bürkle in einen Neubau für Konstruktion und Vertrieb investiert.

In der Produktion vertraut Bender auf das vorhandene Know-how. Schließlich haben die Freudenstädter über 25 Jahre Erfahrung mit Pressen. Aus der Plastikkarten-Fertigung stammt etwa die Idee, als erster Anbieter Maschinen mit mehreren Laminier-Etagen zu bauen. Für die Beschichtungstechnik hat Bürkle sogar einige Patente angemeldet.

Michael Sudahl

 

Info: Robert Bürkle GmbH

Das Unternehmen fertigt in Freudenstadt mit 470 Mitarbeitern Maschinen für Möbelhersteller und Elektronikfirmen – als Weltmarktführer. Großkunde ist zum Beispiel der Hersteller der IKEA-Möbel. 2008 will Bürkle weiter wachsen, um mindestens 10 Prozent.  www.buerkle-gmbh.de

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