Marktführer

Der Sonne entgegen


Wie Markisen-Hersteller Warema Energie sparen hilft

Marktheidenfeld. Vor Ingeborg Teubert tanzen weiße Garnspulen auf und ab: Mit einer Spezialmaschine näht sie große bunte Stoffbahnen zusammen. Das Muster, das sich so ergibt, hat sich ein Kunde ausgesucht – für eine Markise, die er schon bald über Terrasse oder Balkon schieben kann. Teubert näht Stoffe für bis zu 80 Markisen pro Schicht. Ihr Arbeitgeber ist der europäische Marktführer Warema Renkhoff. Auch deshalb muss ihr keine Sorgen machen, dass der  Sommer in diesem Jahr eher zögerlich begonnen hat.

„Wenn es zu Ostern warm ist, entschließen sich die Leute erfahrungsgemäß schneller für eine neue Markise“, erklärt der Produktionsleiter Harald Freund. Und weil der April schön war, laufen die Maschinen derzeit rund.

Maßanfertigung für jeden Kunden

Der unterfränkische Familienbetrieb fertigt nur auf Auftrag. Etwa 1.000 Farben fürs Gehäuse und Hunderte Stoffmuster stehen zur Wahl. Schneiden, Biegen und Färben der Bleche werden genauso in Handarbeit gemacht wie die Montage, nur die Stoffe und Motoren sind zugekauft.

Schon ein bis drei Wochen nach der Bestellung kann ein Kunde seine Markise das erste Mal ausfahren – in der passenden Größe und in den gewünschten Farben.

Dem rauen Konjunkturwind stellt sich das Familienunternehmen gut entgegen. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz um 2 Prozent auf 309 Millio-nen Euro gewachsen, die Zahl der Arbeitsplätze stieg um 175 auf 2.800. Allein am zentralen Standort Marktheidenfeld sind 1.700 Menschen in Lohn und Brot, die Hälfte von ihnen  in der Produktion.

„Noch nie Verlust gemacht“

Die Vorstandsvorsitzende Ange­lique Renkhoff-Mücke, Tochter des Firmengründers Hans-Wilhelm Renkhoff,  hofft auch für 2009 auf einen stabilen Umsatz. „Seit der Firmengründung 1955 hat es kein Jahr mit Verlust gegeben“, sagt sie.

Kürzlich eröffnete das Unternehmen ein 8 Millionen Euro teures „Kompetenzzentrum“: Entwickler arbeiten dort, Vertriebsmitarbeiter werden geschult – und Fachhändler wie Kunden können die verschiedenen Produkte testen: Die Innenjalousien, die Rollos, die Rollläden und die „Raffstoren“, wie schwere Außenjalousien im Fachjargon heißen.

Zu sehen ist dort natürlich auch der Trend des Jahres: Das sind an Schnüren oder Stangen aufgehängte Sonnensegel, die sich beim Schattenspenden nebenbei  als  besonderes  ar­chitektonisches Stilmittel hervortun.

Schlauer Rollladen

Warema hat auch knifflige Innovationen zu bieten:  Ab sofort soll zum Beispiel der Raffstore „Solar“ ein strahlender Verkaufsschlager werden. Dieser „intelligente“ Rollladen versorgt sich mit Strom aus Sonnenlicht und kann per Funk gesteuert werden – Schalter überflüssig. Wird der Rollladen um eine Funk-Solar-Wetterstation erweitert, stellt er sich selbst optimal ein – je nach dem Sonnenstand. Zu-dem dämmt er und verhindert so Wärmeverluste im Winter.

In dieser Hinsicht geht wohl noch mehr: „Sonnenschutz als Mittel zum Energiesparen wird in Neubauten und auch verstärkt in älteren Häusern zum Thema“, freut sich Renkhoff- Mücke.

Eva Schröder

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