Partnerschaft macht’s möglich

Der Sensorik-Spezialist Balluff bietet zusammen mit der Gemeinde Kita-Plätze an


Neuhausen auf den Fildern. Freudestrahlend läuft der kleine Lewin durch den Flur. Der Zweijährige fühlt sich fast wie zu Hause in der Kindertagesstätte „Nesthäkchen“. Morgens kurz vor sieben bringt ihn seine Mutter hierher, bevor sie zur Arbeit geht. Um fünf holt sie ihn wieder ab. Dreimal die Woche verbringt Lewin seinen Tag mit Gleichaltrigen.

Bis zu 150 Euro schießt der Arbeitgeber zu

„Ich bin sehr froh, dass wir diesen Betreuungsplatz für Lewin bekommen haben“, sagt Stefanie Rank (41). Als Mediengestalterin beim Sensorenhersteller Balluff in Neuhausen war das kein Problem. Das Unternehmen hat für seine Mitarbeiter fünf Belegplätze im Nesthäkchen reserviert. Kostenpunkt: 15.000 Euro pro Jahr.

„Es ist ein Superangebot, das Balluff seinen Mitarbeitern macht“, sagt Rank. Sie weiß ihren Sohn hier bestens aufgehoben und die kurzen Wege von zu Hause zur Krippe und zum Arbeitsplatz schafft die junge Mutter in wenigen Minuten zu Fuß.

Außerdem unterstützt sie ihr Arbeitgeber finanziell: Balluff übernimmt die Hälfte der Kita-Gebühren – bis zu einem Höchstbetrag von 150 Euro. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die ihre Kinder in anderen Einrichtungen untergebracht haben.

„Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein“, sagt Kerstin Alber, bei Balluff die Ansprechpartnerin für das Nesthäkchen. „Und wir wollen natürlich, dass uns unsere Mitarbeiter erhalten bleiben, auch wenn sie Kinder haben. Das geht nur mit den entsprechenden Arbeitszeitmodellen und Betreuungsangeboten.“

Fast 2.500 Beschäftigte hat Balluff weltweit, 814 davon in Neuhausen. Der Bürgermeister kam auf das Unternehmen zu, und dort war man angetan von der Idee, gemeinsam Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Seit 2007 gibt es die Kooperation zwischen Balluff, der Gemeinde Neuhausen und dem Verein KEZ (Kinder- und Elternzentrum Neuhausen). Zusammen betreiben sie die Kita mit 14 Betreuungsplätzen.

Kooperation statt eigener Kita

Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern helfen wollen, aber keine eigene Kita betreiben können, sind solche Partnerschaften eine Möglichkeit. Solche Überlegungen hatte auch die Firma Waldner in Wangen im Allgäu: „Wir planen zusammen mit anderen Firmen hier am Ort eine Kindertagesstätte mit 20 Plätzen für Kinder unter drei Jahren“, sagt Birgit Burger aus der Marketingabteilung des Unternehmens. Der Prozess steht noch am Anfang. Doch bereits Ende 2014 sollen die ersten Kinder einziehen können.

Auch für Balluff war damals klar, dass eine eigene Betriebskita ein zu großes Projekt gewesen wäre. „Die Kooperation war genau die richtige Lösung“, meint Alber. Das sieht auch der kleine Lewin so: Er lacht, weil ihn seine Mutter abholen kommt.

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