Leben mit Kautschuk

Der Sägemann kämmt das Haar gesund


Auch Madonnas Figaro bestellt bei New-York Hamburger

Hamburg. Der Kamm – ein Allerweltswerkzeug? Von wegen. Wenn ein Figaro in Hollywood oder Paris einen exklusiven Kamm aus Naturkautschuk haben möchte, ist es meist ein Hercules Sägemann.

New-York Hamburger (NYH) ist die einzige Fabrik der Welt, die diese Kämme in Handarbeit  herstellt. 70 Modelle bietet der Betrieb aus Hamburg an. Jedes Jahr kommen neue hinzu – alle aus Hartgummi.

Kautschuk schont die Kopfhaut

Als sich vor 137 Jahren Hartgummi-Fachleute aus New-York und Hamburg entschlossen, eine „Gummiwaaren Compagnie“ zu gründen, ahnten sie nicht, wie marktbeherrschend ihr Unternehmen auf dem Gebiet der Kamm-Produktion einmal werden würde.

Bei der NYH erzählt man gern die Geschichte von Dennis, einem Friseur aus New York, der einen 1.300 Quadratmeter großen Salon in Manhattan hat, in dem auch Madonna Kundin ist. Dennis wollte einen Kamm, mit dem er gleichzeitig färben und frisieren kann. Die Spezialisten entwickelten ein kombiniertes Modell, das für verschiedene Arbeitsschritte einzusetzen war.

Profis wissen die Hamburger Produkte zu schätzen. Denn Kautschuk-Kämme schonen Haar und Kopfhaut.

NYH verarbeitet jährlich mehr als 150 Tonnen Kautschuk. Mischt die geronnene Milch tropischer Bäume mit Schwefel und Leinöl. Anschließend wird alles in Formen gebracht und im Kessel zu Hartgummi gebrannt, gefräst und poliert. Bis zu 35 Arbeitsgänge dauert es, bis ein Kamm fein geschliffen ist, Kante um Kante, Zahn um Zahn. 5,5 Millionen Stück pro Jahr werden gefertigt.

Dann die Prüfung: Sind die Gräten geglättet? Passt die Artikelnummer? Ist der Staub verschwunden? Qualität verlangt nach Aufmerksamkeit und strengsten Kontrollen.

Umzug auf die grüne Wiese

Der Besuch beim Friseur und die tägliche Haarpflege sollen gesund sein. Das lassen sich Friseure in 100 Ländern der Welt etwas kosten. Den Hercules Sägemann gibt es ab 2,50 Euro, der Lady Magic Star kommt auf 15 Euro.

Seit 1871 ist NYH in Hamburg. Doch schon bald heißt es Abschied nehmen von der Elbe. Ein Umzug nach Lüneburg steht an. Für 15 Millionen Euro baut das Unternehmen ein neues Werk auf der grünen Wiese.

Werner Fricke

 

Info: New-York Hamburger Gummiwaaren

Rund 30 Prozent des Jahresumsatzes von 23,5 Millionen Euro macht die New-York Hamburger (180 Mitarbeiter) mit Kämmen. Weitere Produkte: Formartikel (technische Schläuche, Kabeldurchführungen, Profile und Dichtungen vor allem für die Automobil- sowie Luft- und Raumfahrtindustrie.

Darüber hinaus ist die NYH Weltmarktführer bei der Verdeckelung von Elektrolytkondensatoren.

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