Platz für Neues

Der Reifenhersteller Pirelli schult seine Mitarbeiter mitten in der Fabrik

Breuberg. Es ist ein bisschen wie in der Schule – aber die Inhalte kommen kurzweilig, humorvoll, direkt: Sabine Weichel, Gesundheitsmanagerin im Pirelli-Werk in Breuberg im Odenwald, macht gleich nach der Schicht 20 Kollegen aus dem Reifenbau mit neuesten Infos aus dem Unternehmen vertraut. Beantwortet Fragen, erläutert Details.

Um ins schicke neue Trainingszentrum zu kommen, mussten die Arbeiter nur wenige Schritte gehen: Es steht mitten in der riesigen Werkhalle. Nebenan laufen die Aufbaumaschinen für die Pkw-Reifen; die Heizpressen für die Vulkanisation stehen auch nicht weit entfernt.

„Wir haben in letzter Zeit das über 100 Jahre alte Werk auf ein mit einer neuen Fabrik vergleichbares Niveau gebracht“, erläutert Produktionsdirektor Roland Jung. LED-Lampen sorgen für viel Licht, frische Farben dominieren, und die Produktion läuft auch deshalb reibungslos mit Maschinen im besten Zustand. Etliche ältere, ineffiziente Maschinen sind dagegen verschwunden – und den leeren Platz nimmt nun unter anderem das Trainingscenter ein.

Verschiedene Trainingskurse

Die grüne Bildungsinsel, die nach Jungs Worten schon manchen Top-Kunden von Pirelli ins Staunen brachte, leuchtet inmitten der Fertigungshalle. Mit großen Topfpflanzen, einer Café-Lounge, einem Wasserspiel und dem exzellent ausgestatteten Seminarraum steht sie den Pirelli-Mitarbeitern zu Trainingszwecken zur Verfügung.

Schaukästen und -tafeln stellen anschaulich dar, wie zum Beispiel ein Reifen entsteht, wie viel zusätzliche Energie eine offen stehende Tür kostet oder wie verschwenderisch ein Druckluft-Leck sein kann.

„Sicherheit und Umwelt, Qualität und Produktivität, Effizienz und Energieverbrauch – das sind nicht nur nackte Kennzahlen“, sagt Produktionschef Jung. „Jeder Mitarbeiter trägt durch sein Tun dazu bei, ob die Zahlen besser oder schlechter ausfallen.“ Deshalb durchlaufen alle Beschäftigten in dem Trainingszentrum die verschiedensten Kurse: etwa über Sicherheit am Arbeitsplatz, Gesundheit, Qualität und Ausschussquote oder aktuell zum Thema Energiesparen.

Besprechungsinseln für jede Abteilung

Ergänzt wird das Programm direkt an den Maschinen: Zehn feste Trainer suchen mit den Kollegen nach Verbesserungen im Arbeitsablauf – und sie stellen mit weiteren Schulungen sicher, dass jeder Einzelne alle Feinheiten seines Jobs beherrscht. „Am Abschluss steht ein Führerschein im Scheckkartenformat, der dem Mitarbeiter seine Leistungsfähigkeit bescheinigt“, erklärt Jung.

Neu im Werk sind auch die Besprechungsinseln für jede Abteilung. Dort wird ganz offen präsentiert, ob die Produktion gut gelaufen ist oder welche Fehler ein gutes Schichtergebnis erschwerten. Das sorgt für Diskussionen darüber, wie es besser geht.

„Offenheit schafft Vertrauen, Transparenz fördert die Motivation“, fasst Produktionsdirektor Jung das Ziel all dieser Maßnahmen zusammen. Er weiß seine Mannschaft auf gutem Weg: Seit geraumer Zeit steht das Werk wieder mit an der Spitze aller Pirelli-Standorte weltweit.


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