Vom Azubi zur Führungskraft

Der Präzisionsteile-Hersteller Leipold legt Wert auf selbst ausgebildeten Nachwuchs

Dransfeld. Millimetergenau ist nicht genug – im Leipold-Werk in Dransfeld bei Göttingen geht es fast immer um Mikrometer. Christoph Schillinger, der Abteilungsleiter CNC-Fertigung, zeigt ein messingfarbenes Werkstück. „Es ist Teil einer Hydraulik-Anwendung“, erklärt er. „Dabei müssen wir eine Toleranz von 18 Tausendstel Millimetern einhalten.“

Insgesamt hat die in vierter Generation familiengeführte Firma rund 2.500 Produkte im Sortiment: Präzisionsteile für die Auto-Industrie, Module für Sensoren, Teile für elektronische Steuergeräte sowie Baugruppen für die Haus-, Elektro- und Medizintechnik. Mehr als eine Milliarde hochpräzise Drehteile verlassen jährlich die vier zur Leipold Gruppe gehörenden Werke in Dransfeld, Bünde (Nordrhein-Westfalen), Wolfach (Baden-Württemberg) und Windsor (USA).

„Unseren mehr als 400 Kunden kommt es nicht nur auf Präzision an“, sagt Firmenchef Pascal Schiefer. „Sondern auch auf Zuverlässigkeit, Flexibilität und Schnelligkeit.“ Und deshalb sieht er in den insgesamt 450 Mitarbeitern an den vier Standorten „das Rückgrat unseres Unternehmens“.

Man bildet die meisten selbst aus – und auch die Führungskräfte kommen vorwiegend aus dem eigenen Haus. „Etwa vier Fünftel unserer Meister, Abteilungsleiter und Manager haben bei uns als Auszubildende angefangen“, sagt Geschäftsführer Schiefer.

Interessante Jahre im Ausland – und dann rein in die Verantwortung

Einer von ihnen ist der Dransfelder Abteilungsleiter Schillinger. Der 38-jährige Badener ist ganz in der Nähe des Leipold-Firmensitzes in Wolfach geboren. Mit 17 Jahren startete er im Stammwerk seine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. Bis zum Jahr 2000 arbeitete er dort, qualifizierte sich anschließend weiter zum Techniker – und ging 2002 für vier Jahre in das damals noch bestehende Leipold-Werk nach England. „Ich habe Maschinen eingerichtet und Mitarbeiter geschult“, erzählt Schillinger. „Und dabei natürlich den Kontakt nach Deutschland gehalten.“

Als Leipold 2007 das Unternehmen in England zum Vertriebsstützpunkt umwandelte, ging Schillinger zurück. „Ich konnte mir aussuchen, ob ich in den Schwarzwald oder nach Dransfeld gehen wollte“, erinnert er sich. Er entschied sich für Südniedersachsen. „Die Aufgabe schien mir interessanter.“

In Dransfeld baute er die CNC-Fertigung mit auf, besuchte Kurse der Maschinenhersteller, half bei der Einweisung und Ausbildung der Mitarbeiter und brachte die Produktion in Schwung. „Das war recht anspruchsvoll. Aber genau deswegen bin ich ja gekommen.“

Inzwischen ist er für die Produktionslinie der Mehrspindelmaschinen zuständig. Er unterstützt auch die Ausbildung – etwa beim Besuch von Berufsorientierungsmessen. Und wenn dann noch Zeit ist, spielt er Fußball oder macht Langlauf im Harz.

Firmen-Steckbrief

Das Leipold-Werk in Dransfeld

  • Das Werk in Dransfeld beschäftigt rund 90 Mitarbeiter. Es entstand im Jahr 2000 aus der Ferdinand Täfler GmbH & Co. KG.
  • Täfler gehörte wie Leipold zu den traditionsreichsten industriellen Drehern Deutschlands. Die Firma war 1921 in Thüringen gegründet worden und 1954 nach Dransfeld gezogen.
  • Die Leipold Gruppe hat rund 450 Mitarbeiter an vier Fertigungsstandorten in Deutschland und den USA. Der Jahresumsatz erreichte 2014 knapp 70 Millionen Euro.

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