Pflege

Der pflegenden Natur auf der Spur


Die thüringische Firma Nuth produziert Kosmetik aus Färberwaid

Buchenau. Es ist eine eher unscheinbare Pflanze: blassgrün, mit hellgelben Blüten im Frühsommer. Aber Isatis tinctoria, zu Deutsch Färberwaid, hat es in sich. Über viele Jahrhunderte war er in Europa die einzige Quelle blauer Farbe.

Und: Der Färberwaid hat eine heilende sowie pflegende Wirkung. Darauf baut die Familienfirma Nuth in Thüringen mit ihren Kosmetika. Das 1929 gegründete Unternehmen hat jüngst eine achtteilige Pflegeserie mit Auszügen aus „Thüringer Waid“ auf den Markt gebracht.

„Der Extrakt aus den Waid-Blättern hat eine pflegende Wirkung auf die Haut“, erklärt Geschäftsführer Jörg Schleicher. Raue Haut zum Beispiel regeneriere sich rasch, kleine Wunden verheilten schneller.

Kooperation mit der Uni Jena

Die Heilwirkung hat zwar schon Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert in ihrem berühmten Kräuterbuch beschrieben, doch bisher ist es reine Erfahrungsmedizin. Nuth will der Sache nun wissenschaftlich auf den Grund gehen.

In einem gemeinsamen Projekt mit Hautärzten der Uni Jena will das Unternehmen genau herausfinden, welche Wirkstoffe des Waids welche Wirkung haben. Schleicher: „Das hätte den Vorteil, dass wir damit auf der Verpackung werben dürfen.“ Und vielleicht werden mit dem Wissen ja auch neue Produkte möglich.

Genau untersucht wird auch die Herstellung des Waid-Extrakts. Derzeit baut eine Partnerfirma den Waid in Thüringen an. Aus den getrockneten Blättern gewinnen die Buchenauer dann den Extrakt. Zusammen mit den Jenaer Medizinern wollen sie nun erforschen, ob und wie sich auch aus frischen Blättern Extrakt gewinnen lässt und ob der eventuell neuartige Wirkungen auf die Haut hat. Auch hier hofft Nuth auf neue Pflegeprodukte.

„Ob das klappt, wissen wir spätestens 2013“, sagt Jörg Schleicher. „Bis dahin wollen die Forscher Ergebnisse liefern.“ Auch ohne die ist gut zu tun. Knapp 100 Produkte stellt die Firma her. Wie Flüssigseife, Handcreme, Fleckentferner und Putzmittel für Gebäudereiniger. „Mit neuen Produkten aber“, hofft Schleicher, „könnten wir den Umsatz voranbringen.“


 

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