Gewusst, wie

Der perfekte Glanz


Raschig produziert Chemikalien für die Veredelung von Metall

Ludwigshafen. Was glänzt, sieht schick aus. Das trifft auf unzählige Gegenstände im Alltag zu: Wasserhähne in Bad und Küche strahlen, ebenso Kochtöpfe, Besteck, die Türklinke, aber auch der Fahrradlenker oder die Rohre am Motorrad. Würden Chemiker jedoch nicht ein wenig nachhelfen, wären diese Gegenstände mausgrau.

Dank der Galvanotechnik und -chemie erhalten matte Stahloberflächen ihren edlen Look. „Das verkauft sich besser“, erklärt Meinhard Langenbahn, Produktionsleiter beim Chemie-Unternehmen Raschig.

Der Volksmund betitelt den Glanz mit „verchromt“. Doch Langenbahn verrät: „In Wirklichkeit sind viele Gegenstände lediglich verzinkt oder vernickelt.“

Nickel ist härter als Zink und resistenter gegen Reiniger, allerdings auch teurer.

Schatten und Kratzer verschwinden

Raschig produziert in Ludwigshafen jährlich Hunderte Tonnen Chemikalien und Additive für Galvaniseure weltweit. Die Stoffe sorgen für hochwertige Oberflächen und den perfekten Glanz: Das künstliche Süßmittel Nat-rium-Saccharin etwa wirkt gegen unschöne Schatten. „Einebner“ lassen hässliche Kratzer verschwinden.

Jasmin Christl, Chemielaborantin bei Raschig, testet Wirkung und Konzentration der Zusätze. Dafür simuliert sie im Labor ein Galvanobad. So funktioniert’s: Christl stellt einen Zinkblock und ein mattes Testblech in ein Becken mit einer speziellen Flüssigkeit. Dann leitet sie Strom ein.

Die Zinkteilchen entladen sich, wandern zu dem Blech und überziehen es mit einem Film. Diese Reaktion findet binnen kürzester Zeit mehrere Millionen Male statt. Das Ergebnis verblüfft: Das tiefgraue Blech glänzt plötzlich!

Kupferbahnen leiten Strom

Während die Galvanik im Alltag eher dekorativ wirkt, erfüllen die Zink-, Nickel- und Kupferschichten in der Industrie wichtige Funktionen. Sie schützen technische Werkstoffe wie Schrauben und Muttern vor Rost und Verschleiß.

In der Elektro- und Computer-Branche verzinkt man Leitbahnen auf Festplatten, damit sie Strom transportieren. Die Drähte sind oft dünner als ein Haar.

 

Info: Raschig

Das Unternehmen Raschig in Ludwigshafen feiert am 1. Mai seinen 120. Geburtstag.Gründer Fritz Raschig machte sich 1891 an der Mundenheimer Straße selbstständig. Mit dem Raschig-Ring erfand der Chemiker ein bis heute übliches Verfahren zur Trennung von Synthesestoffen. Daraufhin gelang erstmals die Herstellung von Kunststoff.

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