Beruf und Familie

Der neue Erfolgsfaktor


Gut aufgehoben: Spielen in der Kita des Getriebeherstellers Getrag.

Wie familienfreundlich ist Ihr Betrieb? Große Online-Umfrage von AKTIV und „Frankfurter Rundschau“

Frankfurt. „Gedöns“, also unnötiges Getue: So das vermeintlich weiche Thema Familienpolitik abzutun, konnte sich Kanzler Gerhard Schröder noch leisten. Erst zehn Jahre sind seitdem vergangen – aber zehn Jahre, in denen sich der Wind gedreht hat.

In Zeiten fehlender Fachkräfte können es sich unsere Betriebe nicht mehr leisten, das in Wahrheit knochenharte Thema „Familienfreundlichkeit“ zu ignorieren. Tun sie es doch, werden sie den Wettbewerb um gute Mitarbeiter verlieren – so warnen Experten.

So wichtig wie das Gehalt

Michael Endres behauptet sogar: „Für die große Mehrheit der Arbeitskräfte ist die Familienfreundlichkeit eines Arbeitgebers genau so wichtig wie das Gehalt.“ Endres, früher im Vorstand der Deutschen Bank, lenkt die Hertie-Stiftung, die eine der großen bundesweiten Initiativen zum Thema finanziert. Firmen, die sich um bessere Vereinbarkeit von Job und Familie bemühen, profitieren auch selbst davon. So berichtet Carola Nennstiel-Koch, Personalmanagerin am Standort Frankfurt des Automobilzulieferers Continental: „Die Wiedereingliederungskosten sind niedriger, da Mitarbeiter schneller aus der Elternzeit zurückkehren. Die Fluktuation ist geringer. Und die Fehlzeiten sinken.“

Letzteres liegt auch daran, dass Continental unter anderem auf „Notfall-Tagesmütter“ setzt. Die können einspringen, wenn sich eine „echte“ Tagesmutter krank ge-meldet hat. Es muss also nicht immer gleich eine eigene Betriebs-Kindertagesstätte sein – wie sie etwa der Getriebehersteller Getrag in Untergruppenbach bei Heilbronn bietet. Was passend ist, muss jeweils vor Ort ermittelt werden.

Kleine Änderungen – große Wirkung

Mehr als 30 gängige Maßnahmen hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) aufgelistet – vom Kinderessen in der Kantine bis zum Eltern-Kind-Zimmer. Die 35-Mann-Firma Promeos, die in Erlangen Spezialbrenner fertigt, gönnt sich eine externe „Familienbeauftragte“. Ebenfalls gut 40 Beschäftigte hat der Werkzeug- und Maschinenbauer Aschenbrenner. Er bietet in Kirchhain bei Marburg eine Teilzeit-Ausbildung an. Die Zielgruppe: junge Mütter.

Jungen Eltern kann es aber auch schon helfen, wenn der Chef nur die Arbeitszeiten etwas flexibler handhabt:

„In der Praxis mittelständischer Unternehmen haben oft schon kleine Veränderungen große Wirkungen“, betont Professor Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände.

Hat sich Ihr Betrieb bewegt?

Und Ihr Betrieb? Hat er sich bewegt, seit Schröders „Gedöns“-Spruch von gestern ist? Melden Sie uns völlig anonym den Stand der Dinge! Machen Sie mit bei Firma & Familie, der großen Online-Umfrage!

Thomas Hofinger

www.erfolgsfaktor-familie.de

www.beruf-und-familie.de

 

Große Umfrage – machen Sie mit!

Frankfurt/Köln. Jetzt können Sie ganz leicht Ihren Teil dazu beitragen, unsere Arbeitswelt familienfreundlicher zu machen.

Mitmachen dauert nur zehn Minuten – und  ist anonym: Weder Name noch Adresse werden abgefragt. Was wir zum Beispiel gerne wissen möchten: Machen in Ihrem Betrieb mehr Väter als früher eine „Babypause“? Sieht der Chef das Thema anders als früher? Haben Sie schon mal den Job gewechselt, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Solche Fragen stellt zeitgleich auch  die bedeutende Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ ihren Lesern in ganz Deutschland.

Warum die hessische Wirtschaft diese Umfrage angeschoben hat, erklärt ihr Unternehmer-Präsident Professor Dieter Weidemann: „Deutschland braucht Kinder – aber auch die Leistung seiner Arbeitnehmer. Daher müssen wir Modelle anbieten, die es auch Mitarbeitern mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen erlauben, im Beruf zu bleiben. Politik und Wirtschaft haben dafür bereits viel getan – aber  was kommt tatsächlich bei den Menschen an? Und woran müssen wir noch arbeiten?“  Wir sind gespannt auf Ihre Antworten – und werden ausführlich berichten.

Hinter der Umfrage Firma & Familie stehen die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, der Verein Hessenstiftung – Familie hat Zukunft, die  Kölner IGS Organisationsberatung GmbH, die Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ und die Wirtschaftszeitung AKTIV.

Zur Umfrage

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