Investition

Der Nachschub kommt per Schiff


Chemie-Konzern Solvay bezieht seinen Rohstoff aus einer Flussspat-Mine in Bulgarien

Bad Wimpfen. In Chiprovtsi, im Südwesten Bulgariens, liegt eine Flussspat-Mine – rund 1.700 Kilometer entfernt vom Solvay-Werk in Bad Wimpfen. Im Februar hat der Chemie-Konzern die Mine übernommen: „Flussspat ist einer der wichtigsten Rohstoffe für unseren Standort“, erklärt Günther Leidigkeit, stellvertretender Werkleiter am Standort.

Nachfrage steigt beständig

Flussspat ist ein Calciumsalz der Flusssäure, auch bekannt unter dem Mineralnamen Fluorit. „Wir stellen daraus etwa hochreines Fluor, Grundstoffe für Flussmittel zum Löten von Aluminium oder Bausteine für Arzneimittel her“, erzählt Leidigkeit. Dazu wird das Mineral in Öfen mit Schwefelsäure zu Fluorwasserstoff, einem Gas, verarbeitet.

Geplant ist, dass die 107 Beschäftigten in Chiprovtsi jährlich rund 50.000 Tonnen Flussspat abbauen. Bislang kam der Rohstoff für Solvay hauptsächlich aus einem Bergwerk in Okorusu im westafrikanischen Namibia.

„Mit dem Erwerb der Mine in Bulgarien sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Leidigkeit. Denn der Markt für Fluorspezialitäten wächst beständig, insbesondere in Asien. „Die Übernahme der Mine ist eine Investition in unsere Zukunft“, sagt der Werkleiter, „wir stellen so unsere Rohstoffversorgung sicher und umgehen die Preisschwankungen am Weltmarkt.“

Die Mine in Chiprovtsi hat einen weiteren großen Vorteil: Sie liegt nahe der Donau. So kann der Rohstoff auf dem Wasserweg nach Bad Wimpfen schippern und zwar per Binnenschiff über den Rhein-Main-Donau-Kanal bis zum Neckar und der werkseigenen Anlegestelle vor Ort.

„Wir können mit einem einzigen Reeder arbeiten“, sagt Leidigkeit. Umladen ist nicht nötig wie beim Flussspat aus Namibia, der an der Nordseeküste auf Binnenschiffe verfrachtet wird. Weitere Pluspunkte: Der Transport auf dem Wasserweg ist umweltfreundlich, kostengünstig und erspart den Anwohnern den Lkw-Verkehr.


 

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